Die global angespannte wirtschaftliche Situation und multiple geopolitische Krisen dämpfen die Marktentwicklung bei Fruchtjoghurts, dem Hauptabsatzmarkt für den Geschäftsbereich Rezepturen. Analysen von Euromonitor im März 2026 zeigten für das Kalenderjahr 2025 weltweit aber ein positives Mengenwachstum (+1,9 % Wachstumsrate gegenüber 2024). Während der Fruchtjoghurt-Markt in Asien (-1,1 % p.a.) rückläufig war, entwickelten sich die Mengen in Nordamerika (+4,2 % p.a.), in Westeuropa (+0,8 % p.a.), Osteuropa (+1,4 % p.a.) und Lateinamerika (+1,2 % p.a.) positiv. Für das Kalenderjahr 2026 wird global eine ähnliche Marktsituation erwartet, mit einer positiven Wachstumsrate von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Bis 2030 wird in den Folgejahren ein jährliches durchschnittliches Mengenwachstum von 1,3 % erwartet. Die Nischenkategorie der pflanzlichen Joghurtalternativen hat sich im Kalenderjahr 2025 mit einem Mengenwachstum von 2,5 % positiv entwickelt. Auch längerfristig soll dieses Segment bis 2030 jährlich im Durchschnitt um 3,1 % wachsen.
Neben Joghurt sind für die Diversifizierung des Geschäftsbereiches Formulierungen v.a. die Absatzmärkte Eiscreme und Food Service relevant. Der globale Eiscrememarkt ist laut Euromonitor per März 2026 im Kalenderjahr 2025 leicht (+1,5 %) gewachsen und soll 2026 mit +1,9 % etwas stärker wachsen. Bis 2030 wird dann mit einem jährlichen Durchschnittsmengenwachstum von 1,9 % p.a. gerechnet. Im Bereich Food Service sind v.a. Quick Service Restaurants (QSR) und Coffee & Tea Shops wichtige Absatzmärkte für AGRANA. Laut aktuellen Prognosen von GlobalData ist die Mengenentwicklung in diesen Bereichen positiv mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 3,4 % bei QSR und 3,5 % bei Coffee & Tea Shops bis 2030.
Das Marktumfeld für Fruchtzubereitungen wird durch Konsumtrends in den globalen Absatzmärkten für Molkereiprodukte, Eiscreme und Food Service geprägt. Gesundheit steht dabei klar im Mittelpunkt, gefolgt von Genuss und dem Wunsch nach ansprechenden Produkt- und Geschmackserlebnissen. Natürlichkeit, Leistbarkeit und Nachhaltigkeit ergänzen diese zentralen Treiber. Konsumenten reagieren auf anhaltende Krisen, indem sie sich stärker auf ihr eigenes Wohlbefinden konzentrieren. Sie suchen sowohl nach Vertrautem und funktionalem Mehrwert als auch nach kleinen, leistbaren Genussmomenten, die Abwechslung und emotionale Entlastung bieten. Vor allem im Food Service-Bereich führt dies zu einem stetigen Anstieg kreativer und spezialisierter Getränkekonzepte. Verbraucher sind in diesem Bereich zunehmend bereit, Premiumpreise für einzigartige Getränkeerlebnisse zu zahlen. Deshalb ist Food Service komplementär zu Retail ein wichtiger und wachsender Absatzmarkt für AGRANA im Geschäftsbereich Food & Beverage Solutions.
Der globale Getränkemarkt befindet sich in einem strukturellen Wandel und wächst zunehmend wert- statt volumengetrieben. Veränderte Konsumentenerwartungen sowie die steigende Bedeutung funktionaler Eigenschaften führen dazu, dass klassische, zuckerreiche Produktkategorien an Dynamik verlieren. Insgesamt verschiebt sich der Markt klar in Richtung „Better for You“-Innovationen, höherer Preise mit höherwertigen Produkten, sowie funktionalem Mehrwert anstelle reiner Volumenexpansion.
AUSTRIA JUICE bündelt diese Entwicklungen in drei strategischen Trendfeldern: Functionality, Natural Energy und Mindful Choices. Getränke entwickeln sich dabei von reinen Erfrischungsprodukten zu gezielten Problemlösern: Sie bieten funktionalen Zusatznutzen (z.B. Proteine, Darmgesundheit oder GLP‑1‑kompatible Konzepte), unterstützen die Leistungsfähigkeit durch natürliche Zutaten und ermöglichen bewusste Konsumentscheidungen in Bezug auf Gesundheit, Nachhaltigkeit und Herkunft. Die Grenzen zwischen Genuss, Ernährung und Wohlbefinden verschwimmen dabei zunehmend.
Im Kerngeschäft Getränke (primär Apfelsaftkonzentrate) lagen die Marktpreise 2025 (nach der Apfelernte 2025) insgesamt unter dem Vorjahresniveau, nachdem 2024 ein außergewöhnlich hohes Preisniveau erreicht worden war. Das unsichere Marktumfeld (u.a. Konsumverhalten, Zollthematik) führte zu einer zurückhaltenden Beschaffung: Kunden kontrahierten überwiegend nur Teilmengen ihres Jahresbedarfs.
Das Added Value‑Geschäft entwickelte sich weiterhin sehr positiv. Sowohl Absatz als auch Umsatz konnten gesteigert werden, zudem wurden höhere Deckungsbeiträge als im Vorjahr erzielt.