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Ausblick 2020|21

COVID-19

Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt der zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Geschäftsberichtes im April 2020 noch nicht absehbaren wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen sowie Dauer der COVID-19-Pandemie. Aufgrund ihrer Dynamik hätten Annahmen über die weitere Entwicklung der Coronavirus-Krise und deren wirtschaftliche und finanzielle Auswirkungen überwiegend spekulativen Charakter. AGRANA hat deshalb davon abgesehen, solche Annahmen im Prognosebericht zu berücksichtigen und veröffentlicht deshalb eine „Prognose vor COVID-19“ auf Basis des ursprünglich geplanten Budgets für 2020|21. Es wird zwar mit negativen Effekten von COVID-19 auf Umsatz und Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT) in allen Segmenten gerechnet, die aktuell allerdings noch nicht quantifizierbar sind. Es erfolgt aber im Prognosebericht eine COVID-19-Einschätzung von Risikofaktoren, welche die „Prognose vor COVID-19“ beeinflussen könnten.

AGRANA sieht sich aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodelles und einer soliden Bilanz- und Finanzierungsstruktur für die Zukunft gut aufgestellt.

Entsprechend des Verlaufes der COVID-19-Pandemie wird eine Konkretisierung der Prognose im Laufe des Geschäftsjahres, womöglich noch in Zusammenhang mit der Veröffentlichung des ersten Quartals 2020|21, vorgenommen.

Segment Frucht

Im Segment Frucht prognostiziert AGRANA für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen Anstieg bei Umsatz und Ergebnis. Der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen rechnet mit einer positiven Umsatzentwicklung, die durch die Auslastung der geschaffenen Kapazitäten und durch das Vorantreiben der Diversifikation im Non-Dairy-Geschäft1 erreicht werden soll. Durch höhere Margen und geringere Kostensteigerungen als 2019|20 ist eine deutliche Steigerung des EBITs geplant. Im Geschäftsbereich Fruchtsaftkonzentrate wird für das neue Geschäftsjahr von einem deutlichen Umsatzanstieg bei einer soliden Ertragslage ausgegangen.

COVID-19-Risikoeinschätzung: Speziell im Segment Frucht, das über eine globale Produktion (42 Standorte in 22 Ländern) verfügt, ist die „Prognose vor COVID-19“ mit hohen Unsicherheiten behaftet. Im März 2020 (erster Monat des Geschäftsjahres 2020|21) liefen dennoch die Geschäfte sowohl im Frucht­zubereitungs- als auch im Fruchtsaftkonzentratbereich, v. a. in Bezug auf Absatzmengen, noch sehr gut. Risiken werden aktuell speziell im Food Service-Geschäft gesehen, wo Fruchtzubereitungen und -produkte u. a. an die Systemgastronomie verkauft werden. Dieser Geschäftsbereich stand 2019|20 für rund 3 % des gesamten Fruchtzubereitungsumsatzes.

1 Eiscreme- und Backwarengeschäft, Food Services

Segment Frucht 2019|20
IST
2020|21
Prognose vor COVID-19
Umsatzerlöse Mio. € 1.185,4 moderater Anstieg
EBIT Mio. € 55,9 deutlicher Anstieg
Investitionen2 Mio. € 56,5 38

2 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Segment Stärke

Das Segment Stärke prognostiziert für das Geschäftsjahr 2020|21 ohne COVID-19-Effekt einen leichten Umsatzanstieg. Bei nativen Stärken und Weizengluten geraten jedoch die Verkaufspreise durch gestiegene Angebotsmengen unter Druck. Für stärkebasierte Verzuckerungsprodukte ist aufgrund des weiterhin herausfordernden Marktumfeldes mit keiner wesentlichen Preiserholung zu rechnen. Die Umsatzentwicklung insgesamt wird auch heuer von der Ethanolpreisvolatilität geprägt sein. Gleichbleibend positive Wachstumsimpulse werden bei Bio- oder GMO-freien Produkten erwartet. Beim EBIT wird aufgrund absehbarer Margenverluste durch geringere Erlöse von einem Rückgang ausgegangen.

COVID-19-Risikoeinschätzung: Bioethanol ist ein wesentliches Hauptprodukt im Segment Stärke (2019|20: knapp 25 % des Segmentumsatzes) und daher wird die Geschäftsentwicklung auch 2020|21 maßgeblich von der Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten bestimmt. Die grundsätzlich positive Marktverfassung, die durch die Klimadebatte bestimmt war, wird durch die zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie europaweit temporär eingeschränkte Mobilität belastet. Die Auswirkungen auf die gesamte Ethanol Wertschöpfungskette sind erst im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres absehbar.

Segment Stärke 2019|20
IST
2020|21
Prognose vor COVID-19
Umsatzerlöse Mio. € 807,0 leichter Anstieg
EBIT Mio. € 75,2 deutlicher Rückgang
Investitionen1 Mio. € 73,6 22

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Segment Zucker

Im Segment Zucker rechnet AGRANA ohne COVID-19-Effekt mit einer kontinuierlichen Verbesserung der Rahmenbedingungen am EU-Zuckermarkt. AGRANA geht davon aus, dass die Auslastung der Zuckerrübenfabriken wieder deutlich erhöht werden kann, weil sie gemeinsam mit den Rübenbauern verschiedene Maßnahmen initiiert hat, um eine ausreichende Rübenversorgung sicherzustellen. Vertriebsseitig wird mit steigenden
Zuckerverkaufsmengen und Zuckerpreisen in der EU gerechnet. Dieses sich positiv entwickelnde EU-Zuckermarktumfeld in Kombination mit konsequentem Kostenmanagement lässt ein deutlich verbessertes Ergebnis erwarten.

COVID-19-Risikoeinschätzung: Im März 2020 war die Absatzentwicklung, v. a. im Retailbereich, sehr erfreulich. Ob und wie weit sich die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Erwartungen für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2020|21 auswirken, ist aktuell nicht absehbar. So ist u. a. der Einfluss des aktuellen Weltmarktzuckerpreisverfalls auf das EU-Preisniveau im neuen ZWJ 2020|21 nicht seriös einschätzbar.

Segment Zucker 2019|20
IST
2020|21
Prognose vor COVID-19
Umsatzerlöse Mio. € 488,3 deutlicher Anstieg
EBIT Mio. € –44,0 deutliche Verbesserung
Investitionen1 Mio. € 19,6 20

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

AGRANA-Gruppe

Abgeleitet aus den „Prognosen vor COVID-19“ der Segmente wird im Geschäftsjahr 2020|21 für die AGRANA-Gruppe mit einem deutlichen Anstieg beim EBIT ohne COVID-19-Effekt gerechnet. Ebenso wird beim Konzernumsatz ohne COVID-19-Effekt von einem deutlichen Anstieg ausgegangen.

COVID-19-Risikoeinschätzung: Die sich weiterhin dynamisch verändernden Auswirkungen aus der COVID-19-Pandemie verhindern im Moment jegliche konkrete Festlegung von Parametern und damit letztendlich eine realistisch quantifizierbare „Prognose nach COVID-19“ für 2020|21.

AGRANA-Gruppe 2019|20
IST
2020|21
Prognose vor COVID-19
Umsatzerlöse Mio. € 2.480,7 deutlicher Anstieg
EBIT Mio. € 87,1 deutlicher Anstieg
Investitionen1 Mio. € 149,7 80

1 In Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, ausgenommen Geschäfts-/Firmenwerte

Investitions-Ausblick 2020|21

Das Investitionsvolumen in den drei Segmenten soll in Summe mit rund 80 Mio. € nicht nur deutlich unter dem Wert von 2019|20, sondern auch deutlich unter den geplanten Abschreibungen in Höhe von knapp 120 Mio. € liegen. Dieser Investitionsplan wurde bereits vor der Coronavirus-Krise festgelegt und soll unverändert beibehalten werden.

Im Segment Frucht ist ein Investitionsvolumen von rund 38 Mio. € geplant, das um rund 10 % unter dem erwarteten Abschreibungsniveau liegt. Schwerpunktmäßig sind Ersatz- und Erhaltungs­investitionen sowie Produktionsoptimierungen vorgesehen.

Das geplante Investitionsvolumen im Segment Stärke beträgt rund 22 Mio. € und wird damit nach den Großprojekten der vergangenen Jahre sehr deutlich unter dem Abschreibungsniveau liegen. Die größte Teilsumme entfällt auf die Fertigstellung der Anlage zur Derivateherstellung in Aschach|Österreich.

Die im Segment Zucker geplanten Investitionsausgaben belaufen sich auf rund 20 Mio. €. Es werden v. a. Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen getätigt.

Nachhaltigkeitsausblick 2020|21

Im Geschäftsjahr 2019|20 begann AGRANA sich intensiv mit dem Thema Dekarbonisierung ihrer Produktion auseinanderzusetzen. Das Unternehmen hat sich bereits 2014|15 bzw. 2015|16 Ziele zur Verbesserung von Umwelt- und Sozialkriterien in den eigenen Produktionsanlagen bzw. bezüglich Nachhaltigkeit in der Lieferkette mit einer Zielerreichungsperiode bis zum Ende des Geschäftsjahres 2020|21 gesetzt. Über die Zielerreichung wurde jährlich berichtet. Die gesetzten Energieziele waren dabei aber v. a. als Energieeffizienzziele formuliert und trugen den Pariser Klimazielen noch nicht Rechnung. Im Geschäftsjahr 2020|21 wird AGRANA weiter an ihrer Dekarbonisierungsstrategie, die eine bilanzielle CO2-Neutralität bis 2040 vorsieht, arbeiten und konkrete Etappenziele formulieren.

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