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Statement CEO

CEO Johann Marihart

Dipl.-Ing. Johann Marihart
Vorstandsvorsitzender

Ergebnismäßig können wir mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr absolut nicht zufrieden sein. Einzig das Segment Frucht konnte 2018|19 ein leichtes EBIT-Wachstum ausweisen.

Unser Blick ist jedoch nicht rückwärts gerichtet. Dies manifestiert sich in unserem Investitionsprogramm in Wachstumsprojekte im Segment Frucht und in Spezialisierungsprojekte im Segment Stärke. Die Inbetriebnahme der erweiterten Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf als größtes Vorhaben im neuen Geschäftsjahr soll Ende 2019 erfolgen.

Was die Ergebnisentwicklung 2019|20 für den Konzern betrifft, denken wir, die tiefsten Preise im Rahmen des EU-Zuckerpreis-Reportings bereits gesehen zu haben. Abhängig von der Anbaufläche und den Vegetationsbedingungen 2019 wird der Weltmarktpreis das neue Zuckerwirtschaftsjahr 2019|20 mehr oder minder beeinflussen. Insgesamt sollte es für die Gruppe bei einem stabilen Stärke-EBIT und einer weiteren Verbesserung im Segment Frucht ergebnismäßig deutlich aufwärts gehen.

Nähere Informationen zu diesen und weiteren Themen finden Sie hier in unserem Online-Geschäftsbericht.

Ihr

Fragen an den CEO

1 Klimaerwärmung ist nicht nur in den letzten Wochen und Monaten wieder ein stark präsentes Thema. Wie reagiert AGRANA auf die verstärkten Bemühungen, das Klima und die Umwelt zu schützen?

JM: Die Klimaerwärmung und ausbleibende Niederschläge bleiben, wie das Dürrejahr 2018 überdeutlich gezeigt hat, für die europäische Landwirtschaft und die Verarbeitungsindustrie schon jetzt nicht folgenlos.

Wir tragen dem durch die Verstärkung unserer Forschungsaktivitäten im landwirtschaftlichen Bereich auch angesichts eingeschränkter Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln Rechnung. Der verantwortungsvolle Umgang mit den agrarischen Ressourcen ist uns sehr wichtig - Rohstoffe sind zu wertvoll, um nicht zu 100 % verwertet zu werden. Aktuelle Beispiele sind unsere neue Pülpeveredelung in der Kartoffelverarbeitung sowie der Bau einer Betain-Kristallisationsanlage zur vollständigen Nutzung der Zuckerrübenmelasse in unserer Zuckerfabrik in Tulln|Österreich.

Neben dem sorgsamen Umgang mit Rohstoffen leisten aber auch unsere Produkte wesentliche Beiträge zum Klima- und Umweltschutz. Bioethanol als umweltschonende Treibstoffkomponente in Benzin, das in unserer Bioraffinerie in Pischelsdorf|Österreich erzeugt wird, verringert Emissionen wie CO2 und Feinstaub. Eine weitere Erhöhung der Beimischung von Ethanol zu Benzin wäre eine unmittelbar verfügbare und wirksame Möglichkeit, diese weiter zu senken. Im Rahmen der Bioethanolerzeugung wird außerdem hochwertiges Eiweißfuttermittel gewonnen, welches Importe von GVO-Soja aus Übersee reduziert.

2Wird AGRANA in Zukunft ihren Fokus auf Bio-Produktion verstärken?

JM: Im Rahmen unserer Spezialitätenstrategie ist „Bio“ ein wichtiger Grundpfeiler unseres Angebotes und macht uns zum größten europäischen B2B-Bio-Produzenten im Stärke- und Zuckerbereich. Wir sind aber auch der Ansicht, dass es eine leistungsfähige Landwirtschaft mit einem ausgewogenen Nebeneinander von konventionellem und biologischem Anbau braucht. Ausschließlich biologischer Anbau kann bei heutigen Verbrauchsstrukturen die Weltbevölkerung nicht ernähren und wird dem Schädlingsdruck nicht Stand halten können. Alle unsere Produkte brauchen eine gesicherte Rohstoffbasis im internationalen Wettbewerb.

3 Führte die niedrigere Zuckerproduktion auch zu weniger Emissionen?

JM: Nicht nur klein und dezentral ist ökologisch gut. Es gibt in der Produktion auch ökologische Economies of Scale. Das zeigte sich in diesem Geschäftsjahr deutlich in unserer Zuckerproduktion, wo bei einer gegenüber Vorjahr um rund 18 % geringeren Rübenverarbeitungsmenge und einer gleichzeitig schlechteren Rübenqualität der Energieeinsatz und die Emissionen pro Tonne Produkt um rund 12 % bzw. 13 % gegenüber dem Vorjahr stiegen. In diesem Sinne wird uns auch die laufende Kapazitätsverdoppelung der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf helfen, im Stärkebereich noch energieeffizienter zu produzieren.

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