Zur besseren Lesbarkeit drehen Sie bitte Ihr Smartphone.

Glossar

A

ActiProt®
Definition:

Stellt eine Eigenmarke von AGRANA dar und bezeichnet ein hochwertiges Eiweißfuttermittel. Diese sogenannte Trockenschlempe (Distillers Dried Grains with Solubles, DDGS) fällt in Anlagen zur Herstellung von Bioethanol auf Basis von stärkehaltigen Getreiden nach Trocknung der Rückstände aus der Destillation (Schlempe) an. Die Trockenschlempe wird pelletiert; dieses so entstandene lagerfähige Futtermittel wird DDGS genannt. Aufgrund seines hohen Proteingehaltes von mindestens 30 % und eines vorteilhaften Energiegehaltes wird DDGS als Futtermittel für Nutztiere, vorzugsweise Milchvieh, verwendet. Im AGRANA-Konzern wird dieses Koppelprodukt in der Bioethanolanlage in Pischelsdorf|Österreich erzeugt, wo grundsätzlich Mais, Weizen, Tritikale und Melasse verarbeitet werden. Wie alle anderen Produkte, die AGRANA auf den Markt bringt, ist auch ActiProt® gentechnikfrei.

B

Biodiversität
Definition:

Biodiversität oder biologische Vielfalt bezeichnet gemäß der Biodiversitäts-Konvention (Convention on Biological Diversity – CBD) „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter unter anderem Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören“. Damit umfasst sie die Vielfalt innerhalb von Arten und die Vielfalt zwischen den Arten sowie die Vielfalt der Ökosysteme. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt gelten als wichtige Grundlagen für das menschliche Wohlergehen. Die Zerstörung und Zerstückelung von Lebensräumen wird als größte Gefahr für die biologische Vielfalt auf der Erde gesehen.

Bioethanol
Definition:

Bioethanol ist ein durch Gärung aus kohlehydrathaltiger Biomasse (nachwachsenden Kohlenstoffträgern) hergestellter Kraftstoff. Er verfügt über einen Alkoholanteil von mindestens 99 Volumprozent und ist de facto wasserfrei. In Europa wird Bioethanol aufgrund der klimatischen Gegebenheiten vorwiegend aus stärkehaltigen Getreidearten oder Zuckerrüben gewonnen. Bioethanol ist gegenüber fossilen Energieträgern CO2-neutral und unterscheidet sich in seinen physikalischen Eigenschaften von denen des Benzins. Daher ist für die Reinverwendung (sogenannte „Highblends“) eine Anpassung der Motoren erforderlich. Für sogenannte „Lowblends“ (z. B. E10) ist eine Anpassung der Motoren nicht notwendig.

Biogas
Definition:

Biogas enthält Methan als brennbare Komponente, die durch Vergärung von Biomasse in Biogasanlagen hergestellt und zur Erzeugung von Bioenergie verwendet wird. Biogas kann aus vergärbaren biomassehaltigen Reststoffen wie Klärschlamm, Bioabfall oder Speiseresten, Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist) oder auch aus gezielt angebauten Energiepflanzen, also nachwachsenden Rohstoffen, gewonnen werden.

Berechnungsmethodik ökonomischer Fußabdruck
Definition:

Basierend auf den Geschäftsdaten des Jahres 2017|18, in denen AGRANA in den Segmenten Frucht, Stärke und Zucker in 25 Ländern mit rund 8.600 Mitarbeitern weltweit rund 2,6 Mrd. € Umsatz erwirtschaftete, berechnete „Economica Institut für Wirtschaftsforschung“ die aus der Tätigkeit resultierenden Bruttowertschöpfungs- sowie Beschäftigungseffekte. Die Studie beruht methodisch auf einer Input-Output-Analyse. Unter Nutzung einer weltweiten Input-Output-Tabelle, in welcher AGRANA in Form eines Satellitenkontos eigens modelliert wurde, können die Liefer- und Bezugsstrukturen von AGRANA mit allen Produktionssektoren einer Volkswirtschaft und die Beiträge zur Wertschöpfung beschrieben und die Ströme einzelner Güter von der Produktion bis hin zur Verwendung verdeutlicht werden. Dadurch kann über den direkten Effekt hinaus auch der multiplikativ verstärkte gesamtwirtschaftliche Effekt der Betriebstätigkeit von AGRANA quantifiziert werden.

Bruttowertschöpfung
Definition:

Bruttowertschöpfung, als Kennzahl der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, definiert sich als Gesamtwert der im Produktionsprozess erzeugten Waren und Dienstleistungen (Bruttoproduktionswert) abzüglich dem Wert der im Produktionsprozess verbrauchten, verarbeiteten oder umgewandelten Waren und Dienstleistungen (Vorleistungen). Anders ausgedrückt bemisst die Bruttowertschöpfung jenen Betrag, der für die Entlohnung der Produktionsfaktoren Arbeit (Löhne und Gehälter) und Kapital (Gewinn, Fremdkapitalzinsen und Abschreibungen) zur Verfügung steht.

  • Direkte Effekte: Die direkten Effekte umfassen jenen Wert an Bruttowertschöpfung oder Beschäftigung, der direkt im betrachteten Unternehmen erwirtschaftet oder an Beschäftigung generiert wird.
  • Indirekte Effekte: Indirekte Effekte entstehen durch Vorleistungsverflechtungen des betrachteten Unternehmens in andere Sektoren (z. B. Klinik benötigt an Vorleistungen Medikamente, Strom etc. – dadurch wird die Endnachfrage in der Pharmazeutischen Industrie und in der Elektrizitätswirtschaft angeregt; diese Unternehmen benötigen wiederum Vorleistungen usw.).
  • Induzierte Effekte: Die im direkten und indirekten Effekt geschaffenen bzw. abgesicherten Arbeitsplätze generieren Einkommen, die von den Beschäftigten wieder (v. a. zu Konsumzwecken) ausgegeben werden. Dies regt die Endnachfrage in den entsprechenden Sektoren (besonders im Einzelhandel) an.
  • Wertschöpfungsmultiplikator: Der Wertschöpfungsmultiplikator stellt dar, um wie viel der totale Effekt den ursprünglichen, direkten Effekt übersteigt. Je höher der Multiplikator, desto größer der regionalwirtschaftliche „Hebel“. Berechnet wird der Multiplikator als Quotient aus totalem Bruttowertschöpfungseffekt durch direkten Bruttowertschöpfungseffekt.

C

Clean Label
Definition:

Clean Label bedeutet, dass ein Lebensmittel ohne bestimmte Zutaten, wie etwa Farbstoffe, Konservierungsstoffe, Aromen – also Zusatzstoffe – hergestellt wurde. Diese und noch weitere Stoffe werden bisweilen von Konsumenten als ungesund oder aus anderen Gründen abgelehnt. Auf Etiketten finden sich zusätzlich noch „ohne“- Hinweise, um das Fehlen dieser Stoffe explizit auszuloben.

CO2-Äquivalent
Definition:

Um die Treibhauswirkung von verschiedenen Treibhausgasen vergleich- und somit summierbar zu machen, wird deren Treibhausgaspotenzial (Global Warming Potential) verwendet. Es gibt den Beitrag verschiedener Gase zu einer Erwärmung der Erdatmosphäre in Form einer äquivalenten Menge CO2 an. Die Treibhauswirkung von einem Kilogramm eines Gases wird dabei als Vielfaches („Äquivalenzfaktor“) der Treibhauswirkung von einem Kilogramm CO2 ausgedrückt.

Cross Compliance-Programm
Definition:

Agrarpolitische Regelung der EU, die die Auszahlung von Förderungen an die Einhaltung definierter Umweltstandards knüpft.

D

Defizitländer/-märkte/-regionen
Definition:

Länder, Märkte oder Regionen, die mehr Zucker verbrauchen, als sie selbst produzieren, und ihren Bedarf durch Zuckerimporte decken müssen.

E

Emission
Definition:

Bedeutet allgemein die Freisetzung von Störfaktoren in die Umwelt. Ein typisches Beispiel dafür sind etwa gasförmige Schadstoffemissionen aus Autos.

Ethanol
Definition:

Ethanol ist eine klare, leicht entzündliche Flüssigkeit. Es wird umgangssprachlich oft als Alkohol bezeichnet. Ethanol ist besonders als Trinkalkohol bekannt, etwa als Anteil in Genussmitteln wie Wein oder Bier. Besonders in der letzten Zeit erfährt Ethanol große Bedeutung – abseits der Lebensmittelindustrie – als Biokraftstoff in Form von Bioethanol (siehe Bioethanol).

EU-Zuckermarktordnung
Definition:

Siehe Zuckermarktordnung

F

Fermentation
Definition:

Unter Fermentation (Gärung) versteht man in der Biotechnologie die Umsetzung von biologischen Materialien durch den Zusatz von Enzymen (Fermenten) oder aber auch mit Hilfe von Bakterien-, Pilz- und Zellkulturen.

F.O. Licht
Definition:

F. O. Licht ist ein führender Analyst der globalen Märkte für Zucker, Ethanol, Melasse, Futterzusatzstoffe, Biokraftstoffe, Kaffee und Tee. F. O. Licht veröffentlicht ein einzigartiges Spektrum an Online- und Print-Berichten und organisiert marktführende Konferenzen für die Zucker- und Ethanolindustrie.

Fruchtsaftkonzentrat
Definition:

Bildet die Basis für Fruchtsaftgetränke und wird an die Fruchtsäfte und Getränke produzierende Industrie verkauft. Das vorher dem Obstpresssaft schonend entzogene Wasser wird dem Konzentrat zur Herstellung des Endverbraucherproduktes schließlich wieder in gleicher Menge zugeführt. Das Ergebnis ist ein hochwertiger Saft mit 100 % Fruchtgehalt.

Fruchtzubereitung
Definition:

Qualitativ hochwertige Früchte werden in flüssiger oder stückiger Form aufbereitet und thermisch haltbar gemacht, um diese insbesondere in Molkereiprodukten oder für die Eiscreme- und Backwarenindustrie weiterzuverarbeiten.

G

Getreidewirtschaftsjahr
Definition:

Beginnt im Juli und endet im darauffolgenden Jahr im Juni.

GVO
Definition:

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO), auch gentechnisch modifizierter Organismus, englisch „Genetically Modified Organism“ (GMO), sind Organismen, deren Erbanlagen mittels gentechnischer Methoden gezielt verändert wurden.

I

IGC – International Grains Council
Definition:

Der Internationale Getreiderat ist eine zwischenstaatliche Organisation, die sich mit dem Thema Getreidehandel befasst. Der Rat verwaltet seit 1995 auch das Getreidehandelsübereinkommen und hat seinen Sitz in London. Das IGC-Sekretariat bietet neben Verwaltungsleistungen für den Rat auch Dienstleistungen an das Food Aid Committee (Nahrungsmittelhilfe-Ausschuss) an, welches im Rahmen der Food Aid Convention (Nahrungsmittelhilfe-Übereinkommen) von 1999 errichtet wurde. Viele der IGC-Informationsdienste können abonniert werden und Analysen des Rates zum Getreidemarkt finden in zahlreichen Branchen- und Marktuntersuchungen Verwendung.

ISO – International Organisation for Standardisation
Definition:

Die Internationale Organisation für Normung ist die internationale Vereinigung von Normungsorganisationen und erarbeitet internationale Normen in allen Bereichen mit Ausnahme der Elektrik und der Elektronik, für die die Internationale elektrotechnische Kommission (IEC) zuständig ist, und mit Ausnahme der Telekommunikation, für die die Internationale Fernmeldeunion (ITU) zuständig ist. Gemeinsam bilden diese drei Organisationen die WSC (World Standards Cooperation).

Isoglukose
Definition:

Isoglukose ist ein auf Stärke basierendes, flüssiges Verzuckerungsprodukt, das bei einem Fruktosegehalt von 42 % der Süße von Zucker entspricht und daher als Zuckersubstitut verwendet wird. Der Fruktosegehalt kann durch weitere Prozessschritte auf bis zu 55% angehoben werden. Isoglukose wird aus Getreide, v. a. Mais, hergestellt.

K

Kampagne
Definition:

Verarbeitungszeitraum für agrarische Rohstoffe, die nur für einen begrenzten Zeitraum lagerfähig sind.

M

Maisstärke
Definition:

Maisstärke ist aus Mais gewonnene Stärke und wird v. a. in der Nahrungsmittelverarbeitung (z. B. Pudding, Babynahrung), aber auch in technischen Anwendungen wie z. B. in der Papierproduktion oder im Kosmetikbereich verwendet.

Melasse
Definition:

Sirupartiges, dunkelbraunes, süßes Nebenprodukt der Zuckerherstellung. Die Flüssigkeit enthält noch etwa 50% Zucker, der aber nicht mehr kristallisiert werden kann. Melasse wird vorwiegend zur Herstellung von Hefen, Alkohol oder auch als Viehfutterzusatz eingesetzt.

Mindestpreis für Zuckerrüben
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Die EU-Zuckermarktordnung sieht einen Mindestpreis für Quotenrüben vor. Dieser gilt für eine bestimmte Anlieferungsstufe und eine bestimmte Standardqualität. Bei abweichenden Qualitäten werden Zu- und Abschläge vorgenommen.

Modifizierte Stärke
Definition:

Modifizierte Stärken sind durch physikalische, enzymatische oder chemische Verfahren gewonnene Stärke-Erzeugnisse, welche erhöhten technischen Anforderungen gerecht werden. Wesentliche Eigenschaften bleiben nach der Modifikation erhalten. Modifizierte Stärken werden in der Lebensmittelindustrie und für technische Anwendungen eingesetzt, da sie gegenüber natürlicher Stärke bessere Hitze-, Säure- und Scherstabilität sowie ein besseres Gefrier- und Auftauverhalten aufweisen. Modifizierte Stärken als Lebensmittelzusatzstoffe müssen als solche deklariert werden, wenn sie chemisch verändert wurden, ansonsten – bei physikalischer (Hitze, Druck) oder enzymatischer Modifikation – gelten sie als Lebensmittelzutat und haben keine E-Nummer.

N

Native Stärke
Definition:

Siehe Stärke

Nicht-Quotenzucker
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Bezeichnet entsprechend der Zuckermarktordnung jenen Zucker, der die Produktionsquote übersteigt. Dieser kann als Industriezucker (Non-Food) zur Erzeugung von Produkten vorwiegend in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie (Verwendung zur Erzeugung von Hefe, Zitronensäure und Vitaminen) vermarktet, in Drittländer exportiert oder ins nächste Zuckerwirtschaftsjahr übertragen werden.

P

Prime Market
Definition:

Untersegment des Marktsegmentes „equity market.at“ der Wiener Börse, in dem Wertpapiere, die zum Amtlichen Handel oder Geregelten Freiverkehr zugelassen sind und den speziellen Zusatzanforderungen für die Aufnahme in den Prime Market entsprechen, zusammengefasst sind. Der Handel dieser Wertpapiere findet über das Handelssystem Xetra statt. Als Handelsmodell steht der fortlaufende Handel (Fließhandel) mit Auktionen zur Verfügung.

Produktionsabgabe
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Die Produktionsabgabe auf die Zuckerquoten beträgt 12 € pro Tonne und kann seit dem ZWJ 2007|08 bis zu 50 % von den Rübenbauern aufgebracht werden. Für Isoglukose beträgt sie 50% der für Zucker geltenden Abgabe. Sie ist eine Verwaltungsabgabe an die EU.

Produktionsquote
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Siehe Zuckerquote

Q

Quote
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Siehe Zuckerquote

Quotenrübe
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Bezeichnet jene Zuckerrüben, die zur Erfüllung der Produktionsquote für Zucker benötigt werden.

Quotenzucker
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Jener Zucker, der im Laufe eines Zuckerwirtschaftsjahres im Rahmen der zugeteilten Produktionsquote erzeugt und vermarktet wird.

R

Raffination
Definition:

Der Begriff Raffination bezeichnet allgemein ein technisches Verfahren zur Reinigung, Veredelung, Trennung oder Konzentration von Rohstoffen. Bei Zucker bedeutet dies das Entfärben von braunem Rohzucker (aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe) durch wiederholtes Umkristallisieren.

RAMSAR Convention on Wetlands (RAMSAR-Konvention über Feuchtgebiete)
Definition:

Das Übereinkommen über Feuchtgebiete (basierend auf Verhandlungen in Ramsar|Iran in 1971), als Ramsar-Konvention bekannt, ist ein völkerrechtlicher Vertrag, in dem sich die unterzeichnenden Staaten verpflichten, den ökologischen Charakter ihrer Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung zu erhalten und planerisch auf die nachhaltige, ökologisch ausgewogene Nutzung aller Feuchtgebiete in ihren Territorien hinzuarbeiten.

Rohrzucker
Definition:

Aus Zuckerrohr gewonnener Zucker, chemisch ident mit Rübenzucker.

Rohzucker
Definition:

Rohzucker ist ein Halbfertigprodukt des Rohr- oder auch Rübenzuckers, bei dem die Zuckerkristalle noch nicht vollständig von anhaftenden Nichtzuckerstoffen befreit sind, was ihm seine braune Farbe verleiht.

S

Stärke
Definition:

Stärke ist eine organische Verbindung und einer der wichtigsten Reservestoffe in pflanzlichen Zellen. In unseren Breiten wird Stärke hauptsächlich aus Mais, Weizen oder Kartoffeln gewonnen. Um Stärke zu gewinnen, werden die Stärke enthaltenden Pflanzenteile zerkleinert, anschließend folgt die Auswaschung der Stärke. Durch Filtrations- und Zentrifugationsschritte erfolgt die Gewinnung der Stärke. Der letzte Schritt ist schließlich deren Trocknung. Native Stärke liegt dann als weißes Pulver vor.

T

Triticale
Definition:

Die Getreidesorte Tritikale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und verbindet daher, sowohl in Bezug auf Geschmack als auch auf Inhaltsstoffe, Eigenschaften dieser beiden Sorten. Tritikale wird aufgrund des höheren Stärkegehaltes auch als Energiegetreide zur Bioethanolproduktion genutzt.

W

Weißzucker
Definition:

Als Weißzucker wird üblicher Haushaltszucker bezeichnet, der durch Kristallisation und Zentrifugieren gewonnen wird.

Westbalkan-Abkommen
Definition:

Seit dem Herbst 2000 dürfen die aus dem ehemaligen Jugoslawien entstandenen Staaten u. a. Zucker in begrenzten Mengen zollfrei in die EU einführen. Entsprechende Freihandelsabkommen hat die EU inzwischen mit Kroatien und Serbien geschlossen.

WTO (World Trade Organisation)
Definition:

Welthandelsorganisation mit Sitz in Genf|Schweiz, in der zur Zeit 159 Mitgliedstaaten die Liberalisierung des Welthandels verhandeln.

Z

ZMO
Definition:

Siehe Zuckermarktordnung

Zölle
Definition:

Diese dienen dem Schutz heimischer Produkte vor Billigimporten aus Drittländern (Außenschutz). Der Basiszoll für Zucker ist ein Fixbetrag. Zusätzlich wird bei Einfuhren von Zucker im Rahmen der Schutzklausel der sogenannte Zusatzzoll als variabler Zollsatz erhoben.

Zucker
Definition:

Zucker wird in Europa aus der Zuckerrübe gewonnen. In subtropischen und tropischen Regionen der Erde ist Zuckerrohr Hauptrohstoff für die Zuckerproduktion. Unter „Zucker“ wird meistens Haushaltszucker, also Saccharose verstanden, neben dieser gibt es aber auch noch eine Reihe anderer Zuckerarten, wie z. B. Traubenzucker, Fruchtzucker oder Milchzucker. Sie alle zählen zur Nährstoffgruppe der Kohlenhydrate.

Zuckergewinnung
Definition:

Bei der Zuckergewinnung aus der Zuckerrübe wird aus Rübenschnitzeln Rohsaft gewonnen, der in mehreren Schritten gereinigt und schließlich so lange eingedickt wird, bis daraus Zucker kristallisiert. Durch mehrmaliges Umkristallisieren wird der Zucker gereinigt, sodass man saubere, weiße Kristalle erhält. Diese Kristalle haben einen Saccharosegehalt von annähernd 100 %. Damit ist Zucker also ein hochreines Lebensmittel und beinahe unbegrenzt haltbar.

Zuckermarktordnung (ZMO)
Definition:

Das seit 1968 bestehende EU-Regelwerk dient der gemeinsamen Marktorganisation für Zucker und der Sicherung einer heimischen Zuckerproduktion.

Europäisches Parlament und Europäischer Rat beschlossen am 26. Juni 2013 gemeinsam, die Regeln der damals geltenden Zuckermarktordnung ein letztes Mal bis zum 30. September 2017 zu verlängern. Für die Zeit nach diesem Stichtag wurden weitreichende Veränderungen beschlossen, die inzwischen in Kraft getreten sind. Nationale Zuckerquoten und Rübenmindestpreise, die über viele Jahre die zentralen Elemente der alten Marktordnung bildeten, gehören seit dem 1. Oktober 2017 nicht mehr zum zuckerpolitischen Instrumentarium der EU.

Mit dem 1. Oktober 2017 sehen die zuckerspezifischen Regelungen innerhalb der EU-Agrarpolitik folgende Elemente vor:

  • Präferenzeinfuhren aus verschiedenen Ländern, darunter unbeschränkte zollfreie Importe aus den am wenigsten entwickelten Ländern und der Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten sowie zollfreie oder zollreduzierte Einfuhrkontingente im Rahmen von Freihandelsabkommen; für Einfuhren aus sonstigen Drittländern gilt der Regelzollsatz
  • Möglichkeit einer Beihilfe zur privaten Lagerhaltung; Entscheidung durch die Europäische Kommission unter Berücksichtigung der Referenzschwellenwerte für Weiß- und Rohzucker
  • Verpflichtung zum Abschluss von Branchenvereinbarungen zwischen Rübenanbauern und Unternehmen der Zuckerindustrie
  • offizielle Preisberichterstattung der EU-Kommission

Nach der Abschaffung der Quotenregelung sowie des Rübenmindestpreises und durch den bereits seit vielen Jahren geltenden Verzicht auf Exporterstattungen beschränkt sich die Zuckerpolitik der EU somit auf den Schutz des Binnenmarktes vor subventionierten Importen aus Drittstaaten und die Beihilfe zur privaten Lagerhaltung. Der Schutz vor unfairem Wettbewerb ist für die europäische Zuckerwirtschaft von existenzieller Bedeutung, da nahezu alle großen Zuckererzeugerländer ihre Produktion stützen. Die Beihilfe zur privaten Lagerhaltung kann auf Beschluss der Europäischen Kommission gewährt werden. Mit ihr soll einem durch Marktungleichgewichte ausgelösten Preisverfall auf dem Binnenmarkt entgegengewirkt werden.

Die Beschränkung der Zuckerpolitik der EU auf diese Instrumente hat in Verbindung mit der Öffnung des Binnenmarktes für Zuckereinfuhren aus zahlreichen Drittstaaten, darunter insbesondere aus vielen Entwicklungsländern, somit dazu geführt, dass die EU heute über einen der liberalsten Zuckermärkte der Welt verfügt.

Zuckerquote
Definition:

(gültig bis 30. September 2017): Im Rahmen der Europäischen Zuckermarktordnung ist für jeden zuckerproduzierenden EU-Mitgliedstaat eine Produktionsmenge für Zucker und Isoglukose festgelegt. Diese Menge ist wiederum auf die produzierenden Unternehmen heruntergebrochen und als Produktionsquote fixiert. Damit wird die Produktion beschränkt und Überschüsse werden minimiert.

Zuckerrübe
Definition:

Die Zuckerrübe ist eine landwirtschaftliche Kulturpflanze, die fast ausschließlich der Herstellung von Rübenzucker dient. Die Zuckerrübe besteht aus dem Rübenkopf und dem Wurzelkörper. Im Wurzelkörper ist Saccharose gespeichert, welche in der Zuckerfabrik gewonnen wird.

Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ)
Definition:

Das Zuckerwirtschaftsjahr der Europäischen Union beginnt jeweils am 1. Oktober und endet am 30. September des darauffolgenden Jahres. Dieser Bezugszeitraum gilt für alle Regelungen zum EU-Zuckermarkt.

B

BFS
Kürzel für:Brutto-Finanzschulden

= Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Darlehen gegenüber Dritten
+ Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
+ Leasingverbindlichkeiten

C

CE
Kürzel für:Capital employed

= (SAV + IAV) + WC I

D

Dividendenrendite

= Dividende pro Aktie ÷ Schlusskurs × 100

E

EBIT

= Ergebnis der Betriebstätigkeit

EBITDA

= Operatives Ergebnis + operative Abschreibungen

EBITDA-Marge

= EBITDA ÷ Umsatz × 100

EKQ
Kürzel für:Eigenkapitalquote

= Eigenkapital ÷ Gesamtkapital × 100

EPS
Kürzel für:Earnings per Share (unverwässert und verwässert)

= Konzernergebnis
÷ Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war

EVS
Kürzel für:Equity Value per Share

= Anteil der Aktionäre am Eigenkapital
÷ Aktienanzahl, die durchschnittlich im Umlauf war

F

FCF
Kürzel für:Free Cashflow

= Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
+ Cashflow aus Investitionstätigkeit

G

Gearing

= NFS ÷ Eigenkapital inklusive nicht beherrschender Anteile × 100

I

IAV

Immaterielle Vermögenswerte inklusive Geschäfts-/Firmenwert

K

KGV
Kürzel für:Kurs-Gewinn-Verhältnis

= Schlusskurs ÷ EPS

N

NFS
Kürzel für:Nettofinanzschulden

= BFS – (Kassa + Scheck + sonstige Bankguthaben
+ kurzfristige Wertpapiere + langfristige Wertpapiere)

O

Operatives Ergebnis

EBIT vor Ergebnis aus Sondereinflüssen und Ergebnisanteil von Gemeinschaftsunternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden

Operative Marge

= Operatives Ergebnis ÷ Umsatz × 100

R

ROCE
Kürzel für:Return on Capital employed

= Operatives Ergebnis ÷ Capital employed × 100

ROS
Kürzel für:Return on Sales

= Ergebnis vor Steuern ÷ Umsatz × 100

S

SAV
Kürzel für:Sachanlagevermögen

W

WC I
Kürzel für:Working Capital I

= Vorräte + Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
+ sonstige Vermögensgegenstände
– kurzfristige Rückstellungen
– kurzfristige erhaltene Anzahlungen
– Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
– sonstige Verbindlichkeiten

Facebook