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Segment
Zucker

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Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)
Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien und Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien Abnehmer Weiterverarbeitende Industrie (v.a. Süßwaren-, Getränke- und Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher) Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Geschäftsentwicklung im Segment Zucker

Umsatzerlöse und EBIT im Segment Zucker

Im Segment Zucker lagen die Umsatzerlöse 2018|19 mit 501,2 Mio. € um 23,2 % unter dem Vorjahr. Im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich gesunkene Zuckerverkaufspreise, aber auch niedrigere Zuckerverkaufsmengen (v. a. im Export und Non-Food-Bereich) führten zu dieser negativen Entwicklung. Die Umsätze bei Nebenprodukten sanken v. a. durch einen Minderverkauf von Trockenschnitzeln ebenso wie jene bei den sonstigen Produkten (INSTANTINA-Produkte, Saatgut, Services etc.). Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 20,5 % (Vorjahr: 25,4 %).

Das EBIT 2018|19 ging von 34,8 Mio. € auf –61,9 Mio. € zurück. Hier wirkte sich v. a. das gegenüber dem Vorjahr massiv schlechtere Verkaufspreisumfeld negativ aus, was auch eine retrograde Abwertung der Zuckerbestände notwendig machte. Zusätzlich führten die schlechte Rübenqualität der Ernte 2018, u. a. wegen der extremen Trockenheit, und die Flächenreduktion im Frühling 2018 aufgrund des Rüsselkäferbefalls zu höheren Produktionskosten. Konkret resultierte dies in Leerkosten von rund 13,2 Mio. €. Das positive Ergebnis aus Sondereinflüssen 2018|19 in Höhe von 3,3 Mio. € war im Wesentlichen auf Steuerrückzahlungen in Rumänien (Vorjahr: –2,9 Mio. €; Restrukturierungsmaßnahmen) zurückzuführen.

Umsatzerlöse im Segment Zucker

EBIT im Segment Zucker

Umsatz nach Produktgruppen 2018|19

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F. O. Licht rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 6. März 2019 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2018|19 (1. Oktober 2018 bis 30. September 2019) mit einem leichten Produktionsüberschuss. Danach käme es bei einer erwarteten Produktion von 187,9 Mio. Tonnen (ZWJ 2017|18: 193,7 Mio. Tonnen) und einem wachsenden Verbrauch von 185,7 Mio. Tonnen (ZWJ 2017|18: 183,4 Mio. Tonnen) zu einem leichten Aufbau der Bestände auf 76,8 Mio. Tonnen (ZWJ 2017|18: 76,4 Mio. Tonnen). Für das ZWJ 2019|20 wird mit einem Produktionsdefizit in der Höhe von 1,7 Mio. Tonnen gerechnet.

Der deutliche Abwärtstrend beim Zuckerweltmarktpreis setzte sich seit 1. März 2018 in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahres 2018|19 fort, was primär durch die deutliche Überschusserwartung für die Weltzuckerbilanz zu erklären war. Trotz des verstärkten Einsatzes von Zuckerrohr für die Ethanolherstellung in Brasilien führten sehr gute Ernteerwartungen in Indien und Thailand sowie gesteigerte Exportmengen aus Europa zu einer deutlichen Überschusserwartung für die globale Zuckerbilanz im Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2017|18 (Oktober 2017 bis September 2018). Dies führte bei den Weltmarktnotierungen zu einem 9-Jahres-Tief bei Weißzucker im August 2018 (303,7 $ pro Tonne) bzw. einem 10-Jahres-Tief bei Rohzucker im September 2018 (218,3 $ pro Tonne).

Seit Oktober hat sich der Markt von den Tiefs wieder etwas erholt, was v. a. auf niedrigere Ernteergebnisse in Brasilien für das ZWJ 2017|18, die Auswirkungen des trockenen Wetters in Europa auf die Kampagne 2018 und die aktuellen Dynamiken am Währungs- und Ölmarkt zurückzuführen war. Die Marktentwicklung der letzten Monate war von einer hohen Volatilität geprägt. Der Weltzuckerpreis zeigte in den letzten Monaten darüber hinaus eine deutliche Korrelation mit dem Ölpreis.

Am Ende des Berichtszeitraumes (28. Februar 2019) notierte Weißzucker bei 348,0 $ pro Tonne und Rohzucker bei 280,7 $ pro Tonne.

Weltzuckerbilanz1
2019|20 2018|19 2017|8
in Mio. t in Mio. t in Mio. t
Anfangsbestand 76,8 76,4 68,7
Erzeugung 186,9 187,9 193,7
Verbrauch -187,9 -185,7 -183,4
Saldo Exporte/Importe -0,7 -1,8 -2,6
Endbestand 75,1 76,8 76,4
In % des Verbrauches 40,0 41,4 41,7

1 F.O. Licht, Schätzung der Weltzuckerbilanz 2018|19 vom 6.März 2019

EU-Zuckermarkt

Das per 30. September 2018 geendete ZWJ 2017|18 war das erste nach Wegfall der Zuckerquotenregelung und der Zuckerrübenmindestpreise. Bei sehr guten Hektarerträgen stiegen die Zuckererzeugung und die mit Quotenende wieder unbegrenzt möglichen Exporte deutlich an, die Importe hingegen gingen zurück.

Die Produktionserwartungen für das seit 1. Oktober 2018 laufende ZWJ 2018|19 sind aufgrund der trockenheitsbedingt schlechteren Erträge in den großen europäischen Anbauregionen deutlich geringer als im Vorjahr. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung vom Jänner 2019 trotz ähnlicher Rübenanbauflächen wie im Vorjahr von einem Rückgang der Erzeugung (inklusive Isoglukose) auf 18,2 Mio. Tonnen (ZWJ 2017|18: 21,3 Mio. Tonnen) aus.

Zu Beginn des ZWJ 2017|18 im Oktober 2017 (Ende der Zuckerquoten) fiel der EU-Preis für Zucker (Food und Non-Food) zunächst auf 420 € pro Tonne loser Zucker ab Werk und sank in den Folgemonaten auf knapp unter 350 € pro Tonne. Zu Beginn des neuen ZWJ 2018|19 ging der Preis nochmals um 27 € pro Tonne auf nur noch 320 € pro Tonne im Oktober 2018 zurück. Im Jänner 2019 lag der EU-Zuckerpreis bei 312 € pro Tonne (Jänner 2018: 371 € pro Tonne) und damit rund 23 % unter dem EU-Referenzschwellenwert von 404 € pro Tonne.

Industrie und Groß- und Einzelhandel (Retail)

Die Absatzentwicklung in den Bereichen Industrie und Retail war im Geschäftsjahr 2018|19 positiv. Rückläufig zeigten sich hingegen der Export und der Non-Food-Bereich (ehemals: Nichtquotenzucker) aufgrund der Weltmarktsituation und den damit einhergehend bewusst zurückgenommenen Exportaktivitäten.

Waren die ersten Monate des aktuellen Geschäftsjahres noch geprägt von hohen EU-Zuckerlagermengen, so zeigten sich diese im Laufe des Hochsommers – insbesondere in den osteuropäischen Ländern – überwiegend aufgebraucht.

Die Versorgung der Märkte und Absicherung der Mengen für den Vertrieb im Zuckerwirtschaftsjahr 2018|19 erfolgte aufgrund der Minderproduktion von Rübenzucker durch den Zukauf von Weißzucker und die Raffination von Rohzucker.

In Zusammenhang mit der Stärkung der AGRANA-Zuckermarken im Einzelhandel wurde in diesem Geschäftsjahr ein Relaunch der Retail-Produkte in allen AGRANA-Regionen durchgeführt.

Die Abschlüsse für das ZWJ 2018|19 liegen aufgrund des bis zum Sommer vorherrschenden Zuckerüberangebots und der bis dahin hohen Ernteerwartungen deutlich unter dem Vorjahr, weshalb bis zur Kampagne 2019 von keiner deutlichen Verbesserung der Preissituation auszugehen ist.

EU-Zuckerpolitik

Seit dem 1. Oktober 2017 gelten für die europäische Zuckerindustrie neue Rahmenbedingungen. Die wesentlichsten Veränderungen stellen hierbei das Ende der Produktionsquoten für Zucker und Isoglukose wie auch die Abschaffung der Rübenmindestpreise dar.

Es ist jedoch weiterhin eine Vertragspflicht zwischen der Zuckerindustrie und den Zuckerrübenerzeugern vorgesehen. Auch das Ergreifen von Sondermaßnahmen durch die Europäische Kommission bei Krisen ist nach wie vor möglich. Die private Lagerhaltung, mit der die Kommission temporär Zucker vom Markt nehmen kann, ist eines dieser Instrumente.

Ein wesentliches Element der Liberalisierung des EU-Zuckermarktes für die europäischen Zuckerproduzenten seit dem 1. Oktober 2017 sind unbegrenzte Exportmöglichkeiten.

Unverändert bleibt der Außenschutz der EU durch die Importzölle von 419 € pro Tonne Weißzucker bzw. 339 € pro Tonne Rohzucker für den Marktzugang für Drittländer aus Nicht-Präferenzstaaten bestehen. Die Präferenzabkommen (zollfreier Zugang) mit den LDCs1/AKP2-Staaten bleiben weiterhin aufrecht, wie auch die zollfreien bzw. zollreduzierten Präferenzimporte unter Berücksichtigung der Mengenbegrenzungen.

1 Least Developed Countries
2 African, Caribbean and Pacific Group of States; Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten

Freihandelsabkommen

Die Europäische Kommission verhandelt derzeit mit Australien und Indonesien über die Ausgestaltung eines Freihandelsabkommens. Die Verhandlungen mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) liegen derzeit auf Eis, da der neu gewählte Präsident in Brasilien noch keine Position betreffend Mercosur getroffen hat.

Die Situation über einen Austritt von Großbritannien aus der EU ist zum Zeitpunkt der Berichtserstellung noch unklar. Im Moment werden rund 0,5 Mio. Tonnen Zucker pro Jahr aus Kontinentaleuropa nach Großbritannien geliefert. Eine Aufteilung der Präferenzeinfuhren ist im Brexit-Vertragsentwurf enthalten.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenerntefläche der knapp 6.700 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2018|19 lediglich rund 83.200 Hektar (Vorjahr: rund 96.300 Hektar), da in Österreich durch ein Schadinsekt, den Rübenderbrüssler, rund ein Viertel der ursprünglichen Anbaufläche vernichtet wurde. Knapp 800 Hektar (Vorjahr: rund 1.700 Hektar) davon entfielen auf den biologischen Anbau. Daraus produzierte das Unternehmen rund 4.000 Tonnen (Vorjahr: rund 9.000 Tonnen) Bio-Rübenzucker.

Durch den langandauernden Winter verzögerte sich der Anbaubeginn 2018 um rund ein bis zwei Wochen (im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt). Der Erstanbau konnte bis Mitte April zum Großteil abgeschlossen werden. Schwere Schäden wurden ab der ersten April-Woche in den österreichischen Kerngebieten des Rübenanbaus durch den Rübenderbrüssler hervorgerufen. Insgesamt mussten rund 12.000 Hektar umgebrochen werden, wovon nur mehr rund 30 % der Flächen wieder mit Rüben nachgebaut wurden. In den anderen Rübenanbauregionen außerhalb Österreichs gingen weitere Flächen durch Verschlammung, Verkrustung, Hagel und tierische Schädlinge verloren.

Die vergleichsweise sehr warmen Monate April bis Juni 2018 führten zu einer raschen Jugendentwicklung der Rübenbestände. Flächendeckende Niederschläge, v. a. in der zweiten Mai-Hälfte, haben sich ebenfalls sehr positiv auf das Rübenwachstum ausgewirkt.

In den Monaten Juli bis September blieben regelmäßige Niederschläge in vielen AGRANA-Regionen aus. Vor allem in Teilen von Österreich, Süd-Tschechien und auch in Rumänien führte dies teilweise zu massiven Trockenerscheinungen in den Rübenbeständen. Anfang September entspannte sich die Situation durch eine überdurchschnittliche Niederschlagsversorgung. Diese brachte jedoch auch einen intensiven Cercospora-Blattflecken-Befall mit sich. Nahezu der gesamte verbleibende Herbst blieb vergleichsweise trocken, sodass das prognostizierte Rübenwachstum v. a. auf den qualitativ weniger guten Böden ausgeblieben ist. Die extremen Witterungsbedingungen in den Sommer- und Herbstmonaten sind letztendlich auch für eine schlechtere Rübenqualität und damit einhergehend geringere Lagereignung der Rüben, insbesondere am Beginn und am Ende der Verarbeitungszeit, verantwortlich.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich knapp 50.000 Tonnen (Vorjahr: 51.500 Tonnen) Rüben. In durchschnittlich 106 Tagen (Vorjahr: 120 Tage) pro Werk wurden daraus rund 701.000 Tonnen (Vorjahr: rund 941.000 Tonnen) Zucker erzeugt. Generell ist im Rückblick von einer unterdurchschnittlichen Rohstoffqualität zu berichten, welche zu einem erhöhten Chemikalienaufwand (Natriumhydroxid) führte und die Verarbeitung in den Werken erschwert hat. Durch schlechte Quotienten im Roh- sowie im Dicksaft wurden schlechtere Weißzuckerausbeuten erreicht.

Im Geschäftsjahr 2018|19 raffinierte AGRANA rund 34.000 Tonnen (Vorjahr: rund 200.000 Tonnen) Weißwert aus Rohzucker. Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige „Chain of Custody“-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat, das die Einhaltung hoher Sozial- und Umweltkriterien über die gesamte Produktwertschöpfungskette bestätigt, erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Bonsucro hat im Benchmarking-Tool der Sustainable Agriculture Initiative Platform (SAI) mit FSA-Gold-Status die höchste Bewertung (Details siehe Seite 43 im gedruckten Geschäftsbericht).

AGRANA folgt für den Rübeneinkauf einer Rübenpreisregelung mit einer variablen Preistabelle in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufspreis.

Produktionsablauf Zucker

Weltmarktzuckernotierung im
AGRANA-Geschäftsjahr 2018|19

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2018|19
30,6 Mio. € (Vorjahr: 32,1 Mio. €) u. a. für Investitionen 
in Produktqualität und Energieeffizienz aus. Auszug an wesentlichen Projekten:

  • Errichtung eines Bio-Zuckerweges mit einer 
    Big-Bag-Abfüllstation und einer Bahnverladung 
    in Tulln|Österreich
  • Erneuerung der Schnitzelpressenstation 
    in Kaposvár|Ungarn
  • Ersatzinvestition in zwei Weißzuckerzentrifugen 
    in Opava|Tschechien
  • Projektstart der Errichtung eines Fertigwarenlagers 
    in Buzau|Rumänien
  • Erneuerung der Kalkofenausmauerung 
    in Leopoldsdorf|Österreich

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2018|19

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