Zur besseren Lesbarkeit drehen Sie bitte Ihr Smartphone.

Segment
Zucker

Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker
Zucker

Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)
Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien und Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien Abnehmer Weiterverarbeitende Industrien (v.a. Süßwaren-, Getränke- und Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher) Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte; auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Geschäftsentwicklung im
Segment Zucker

Umsatzerlöse und EBIT im Segment Zucker

Im Segment Zucker stiegen die Umsatzerlöse 2020|21 um 14,4 % deutlich auf 558,5 Mio. €. Zu dieser positiven Entwicklung führten sowohl höhere Zuckerverkaufspreise als auch gestiegene Zuckerverkaufsmengen. Die Umsatzerlöse der Nebenprodukte übertrafen das Vorjahr. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 21,9 % (Vorjahr: 19,7 %).

Das EBIT 2020|21 war mit –27,3 Mio. € zwar noch immer negativ, konnte aber aufgrund eines freundlicheren Verkaufspreisumfeldes und höherer Verkaufsmengen gegenüber dem Vorjahr markant verbessert werden. Auch in der Kampagne 2020 sind wieder hohe Leerkosten angefallen, da die Rübenernte u. a. aufgrund von Trockenheit und Schädlingsbefall in Österreich erneut schwach ausfiel. Der Ergebnisanteil der nach der Equity-Methode einbezogenen AGRANA-STUDEN-Gruppe lag bei 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,6 Mio. €), jener der Beta Pura GmbH bei –2,1 Mio. € (Vorjahr: –0,2 Mio. €). Das Zucker-EBIT enthält 2020|21 auch ein Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von –0,2 Mio. €. Dieses betrug im Vorjahr primär aufgrund einer rückwirkenden Goodwill-Abschreibung –20,9 Mio. €.

Umsatzerlöse im Segment Zucker

EBIT im Segment Zucker

1 Die Vorjahreswerte wurden gemäß IAS 8 angepasst.

Umsatz nach Produktgruppen 2020|21

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen IHS Markit (vormals F. O. Licht) rechnet in seiner Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 6. Jänner 2021 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2020|21 mit einem Produktionsdefizit. Danach käme es bei einer erwarteten Produktion von 180,0 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 180,6 Mio. Tonnen) und einem wachsenden Verbrauch von 183,1 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 181,6 Mio. Tonnen) zu einem Abbau der Bestände auf 70,2 Mio. Tonnen (ZWJ 2019|20: 73,9 Mio. Tonnen) und einem Defizit in Höhe von 3,7 Mio. Tonnen.

Weltzuckerbilanz1
2020|21 2019|20 2018|19
Mio. Tonnen
Anfangsbestand 73,9 79,4 78,6
Erzeugung 180,0 180,6 184,5
Verbrauch –183,1 –181,6 –182,2
Saldo Exporte/Importe –0,6 –4,5 –1,5
Endbestand 70,2 73,9 79,4
in % des Verbrauches 38,3 40,7 43,6

Aufgrund der Verunsicherung durch die COVID-19-Pandemie (unsicherer Konsumausblick) und nach dem historischen Ölpreisverfall schwächten sich die Weltmarktzuckernotierungen deutlich ab und bewegten sich in den ersten drei Quartalen des Berichtsjahres bei erhöhter Volatilität auf niedrigem Niveau. So wurde im April 2020 ein neuer 12-Jahrestiefststand für Rohzucker erreicht (203,1 US$ pro Tonne).

Die ungünstigen Preise auf dem Weltenergiemarkt in Verbindung mit einem sich abschwächenden Brasilianischen Real veranlassten die Produzenten in Brasilien, die Zuckerproduktion im Verhältnis zur Ethanolherstellung zu maximieren. Diese gesteigerte Zuckerproduktion hat dazu beigetragen, schlechte Zuckerrohrernten, insbesondere in Indien und Thailand, auszugleichen und das globale Weltzuckerdefizit im ZWJ 2019|20 zu verringern.

Gegen Ende des Berichtszeitraumes sind die Preise trotz der anhaltenden COVID-19-Pandemie und der Erwartung einer großen indischen Zuckerproduktion im ZWJ 2020|21 deutlich angestiegen. Das geringer als erwartete Rohzuckerangebot am Weltmarkt während der brasilianischen Zwischenerntesaison hat sich in Verbindung mit institutionellen Investoren, die von einer steigenden Preiskurve ausgehen, positiv auf die Zuckernotierungen ausgewirkt. Die „Stock-to-use“-Kennzahl2 auf Basis der Weltmarktzuckerbilanz vom Jänner 2021 wird voraussichtlich auf 38,3 % und damit unter die kritische Marke von 40 % fallen. Damit würde das Lagerstandsverhältnis auf einen Wert wie zuletzt im ZWJ 2016|17 sinken.

Am Ende des Berichtszeitraumes notierte Weißzucker bei 455,1 US$ pro Tonne und Rohzucker bei 362,7 US$ pro Tonne.3 Betreffend Rohzucker war dies ein 3,5-Jahres-Hoch.

1 IHS Markit (vormals F. O. Licht), Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 6. Jänner 2021
2 Zuckerlagerendbestand in % des Verbrauches
3 ICE Connect

EU-Zuckermarkt

Die Produktionserwartungen für das noch laufende ZWJ 2020|21 sind aufgrund der trockenheitsbedingt schlechteren Erträge in den großen europäischen Anbauregionen gering. Die EU-Kommission geht in ihrer Schätzung vom April 2021 von einer Erzeugung von 15,3 Mio. Tonnen1 (ZWJ 2019|20: 17,5 Mio. Tonnen) aus. Die letzten drei Zuckerwirtschaftsjahre liegen damit deutlich unter der Rekordproduktion des ZWJ 2017|18 (21,3 Mio. Tonnen).

Aufgrund der geringen Produktionsmengen im ZWJ 2019|20 lagen die Exportmengen wieder unter den Importmengen und die EU war abermals Nettoimporteur. Eine ähnliche Entwicklung wird auch für das ZWJ 2020|21 erwartet, womit die EU damit im dritten ZWJ in Folge Nettoimporteur von Zucker bliebe.

Seit dem Ende der Zuckerquoten (Ende September 2017) gingen die Durchschnittspreise laut EU-Preisreporting deutlich zurück. Im Jänner 2019 lag der Zuckerpreis pro Tonne nur noch bei 312 €. Im Kalenderjahr 2019 erholte sich der Zuckerpreis in der EU kontinuierlich und dieser Trend setzte sich 2020 fort. Im Dezember 2020 wurde ein Preis von 379 € pro Tonne gemeldet.

1 Inklusive Großbritannien (900.000 Tonnen)

Industrie, Großhandel und Einzelhandel bzw. Retail

2020|21 brachte im AGRANA-Zuckerverkauf insgesamt einen Mengen- und Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr. Speziell im Bereich Retail, und hier v. a. in den Sommermonaten, herrschte in den CEE-Absatzmärkten eine sehr gute Nachfragesituation – ein Hauptgrund für die Mengensteigerung im Segment Zucker. Für das Geschäftsjahr 2021|22 wird erwartet, dass sich diese positive Entwicklung fortsetzt.

Im schwierigen Geschäftsjahr 2020|21 konnte AGRANA die Versorgung all ihrer Kunden zu jeder Zeit sicherstellen. Dies hat zu einer weiteren Festigung der Kundenbeziehungen geführt, was die positiven Aussichten auf die Verkaufsmengen für das Geschäftsjahr 2021|22 verstärkt.

EU-Zuckerpolitik

Mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2017/1185 und (EU) 2019/1746 wurden neue Regulierungsmaßnahmen in Form von verschiedenen Meldepflichten beschlossen. Damit soll die Transparenz in der Landwirtschaft und im Lebensmittelsektor verbessert werden, um die Wirtschaftsbeteiligten und die Behörden zu befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen und um das Verständnis der Marktteilnehmer für Marktentwicklungen zu verbessern.

Dadurch entsteht 2021 erstmals die Notwendigkeit, Preise auf Stufen der Wertschöpfungskette, die zwischen den Erzeugern der Rohstoffe und den Endverbrauchern liegen, zu erheben. Dies betrifft sowohl den Lebensmitteleinzelhandel als auch die Lebensmittelverarbeitungsbetriebe.

Freihandelsabkommen

Das neu verhandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Mexiko soll im Frühjahr 2021 in Kraft treten. Des Weiteren plant die Europäische Kommission, die Freihandelsabkommen mit Australien, Neuseeland und Indonesien 2021 zu finalisieren.

Was das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) betrifft, wird derzeit von einer partiellen Umsetzung Ende 2021 bis Anfang 2022 ausgegangen. Der Ratifizierungsprozess in manchen Mitgliedstaaten, u. a. auch in Österreich, ist noch nicht abgeschlossen.

Brexit

Am 24. Dezember 2020 haben die BREXIT-Verhandlungsführer der EU und Großbritanniens ein grundsätzliches Abkommen über Handel und Zusammenarbeit geschlossen. Trotz weitergehender Beibehaltung von Nullzöllen im bilateralen Handel mit Großbritannien kann das vorliegende Handels- und Kooperationsabkommen die Einschränkungen und Zusatzkosten durch das Ausscheiden aus dem Binnenmarkt und der Zollunion nicht zur Gänze wettmachen. Es ist zu befürchten, dass mit der Umsetzung dieses Abkommens viele neue nicht-tarifäre Handelshemmnisse sowie zeit- und kostenintensive administrative Mehrbelastungen auf die Wirtschaft in der EU und Großbritannien zukommen werden.

Erstmals im Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien sind Ursprungsregeln zu beachten. Nur Waren mit Ursprung EU bzw. Großbritannien sind zollfrei.

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenanbaufläche der rund 5.600 AGRANA-Kontraktbauern (Vorjahr: rund 5.500 AGRANA-Kontraktbauern) betrug im ZWJ 2020|21 rund 86.000 Hektar (Vorjahr: rund 82.000 Hektar). Der Anbauzeitraum lag mit Anfang März bis Anfang April 2020 im langjährigen Durchschnitt. Die bis Ende Mai anhaltende extreme Trockenheit erschwerte den Rübenaufgang und verursachte v. a. in Österreich einen enormen Schädlingsdruck durch Rübenderbrüssler und Erdfloh. Folglich mussten in Österreich rund 12.000 Hektar Rüben (Vorjahr: rund 4.000 Hektar) umgebrochen werden; davon wurden 7.900 Hektar (Vorjahr: rund 2.600 Hektar) nicht mehr mit Rüben nachgebaut. In den anderen Rübenanbauregionen außerhalb Österreichs gingen weitere Flächen in geringerem Ausmaß durch Trockenheit, Winderosion und tierische Schädlinge verloren.

Erst die flächendeckenden Niederschläge ab Ende Mai 2020 sorgten für eine gewisse Entspannung. Die Witterung von Anfang Juni bis Anfang November war von überdurchschnittlich hohen Regenmengen gekennzeichnet. Die Niederschläge waren zwar für das Wachstum durchaus förderlich, erfolgten aber verspätet, wodurch lediglich eine unterdurchschnittliche Pflanzenanzahl pro Hektar erreicht werden konnte. Die Temperaturen lagen in den Sommermonaten auf durchschnittlichem Niveau, ausschließlich in Rumänien waren die Spätsommer-Monate wiederum von starker Trockenheit mit folglich hohem Blattverlust geprägt. Hohe Niederschlagsmengen im Oktober und November führten zu erschwerten Bedingungen und Verzögerungen bei der Rübenernte, was beträchtliche Ernteverluste zur Folge hatte.

Ein verspäteter Vegetationsstart, überdurchschnittlich hohe Regenmengen in der zweiten Jahreshälfte, eine unterdurchschnittliche Anzahl an Sonnenstunden sowie Cercospora-Blattbefall, insbesondere in Österreich, waren letztlich für einen unterdurchschnittlichen Zuckergehalt von 15,1 % (Vorjahr: 16,1 %) ausschlaggebend. Es wurden auf einer Gesamtfläche von rund 76.300 Hektar (Vorjahr: rund 76.200 Hektar) rund 4,8 Mio. Tonnen Zuckerrüben (Vorjahr: 4,6 Mio. Tonnen) geerntet, was einem Durchschnittsertrag von 63,3 Tonnen je Hektar (Vorjahr: 60,5 Tonnen je Hektar) entspricht.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich etwas über 48.500 Tonnen Rüben (Vorjahr: 51.000 Tonnen). Aufgrund der geringen Rübenmenge produzierten die Werke in durchschnittlich 100 Tagen (Vorjahr: 91 Tage) insgesamt 653.500 Tonnen (Vorjahr: 655.000 Tonnen) Zucker. Im Werk Tulln|Österreich wurden in der Bio-Kampagne rund 5.000 Tonnen Bio-Zucker gewonnen. Die verarbeitete Rübenmenge führte zu einer durchschnittlichen Auslastung der Zuckerfabriken von 83 % (Vorjahr: 76 %).

Die Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich produzierte im Berichtszeitraum planmäßig flüssiges Betain, welches seit August 2020 in der Betainkristallisationsanlage als Rohstoff eine zusätzliche Verwendung findet.

Weiters betreibt die AGRANA zwei Rohzuckerraffinerien, in denen im Geschäftsjahr 2020|21 in Summe 128.500 Tonnen Weißzucker (Vorjahr: 220.000 Tonnen) gewonnen wurden.

AGRANA folgt für den Rübeneinkauf einer Rübenpreisregelung mit einer variablen Preistabelle in Abhängigkeit vom Zuckerverkaufspreis. Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Zuckerrübe wurde jedoch ein Mindestpreis eingezogen. Seit 2020 laufen in allen AGRANA Zucker-Ländern Mehrjahreskontrakte mit den Rübenbauern. In Österreich wurden Dreijahresverträge, in allen übrigen Ländern Zweijahresverträge abgeschlossen. Zusätzlich wird den Landwirten auch die Möglichkeit eines Einjahresvertrages angeboten.

Weiterführung der Zuckerfabrik Leopoldsdorf|Österreich

Der Aufsichtsrat der AGRANA Beteiligungs-AG hat am 27. November 2020 einer Fortführung der Zuckerfabrik am Standort Leopoldsdorf|Österreich 2021 zugestimmt, da bis Mitte November 2020 die Kontrahierung einer Anbaufläche in Österreich von zumindest 38.000 Hektar für die Kampagne 2021 gegeben war.

Produktionsablauf Zucker

Weltmarktzuckernotierung im
AGRANA-Geschäftsjahr 2020|21

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2020|21 15,9 Mio. € (Vorjahr: 19,6 Mio. €) u. a. für Investitionen in Produktqualität und Energieeffizienz aus. Unter anderem wurde die Umrüstung der Energieversorgung des Standortes Sereď|Slowakei auf Erdgas umgesetzt.

Zusätzlich wurden 2020|21 in den nach der Equity-Methode einbezogenen Joint Venture-Unternehmen (AGRANA- STUDEN-Gruppe sowie Beta Pura GmbH; jeweils 100 %) Investitionen von 15,1 Mio. € (Vorjahr: 26,4 Mio. €) getätigt. Die Hauptinvestition stellte das Projekt Betainkristallisation der Beta Pura GmbH dar. Gemeinsam mit The Amalgamated Sugar Company LLC, Boise|USA, wurden am Standort Tulln|Österreich in den letzten beiden Geschäftsjahren insgesamt rund 37 Mio. € in die Veredelung von Nebenprodukten aus der Zuckerproduktion investiert. Aufgrund der COVID-19-Pandemie startete die Produktion mit geringfügiger Verzögerung im August 2020. Die Anlage wurde in den vergangenen Monaten hochgefahren und die Prozesse werden laufend optimiert.

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2020|21

Unsere Produkte

Facebook