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Segment
Zucker

Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)
Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien-Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien Abnehmer Weiterverarbeitende Industrie (v.a. Süßwaren-, Getränke- und Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher) Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte, auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment
Zucker
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Zucker

Geschäftsentwicklung im
Segment Zucker

Umsatzerlöse und EBIT im Segment Zucker

Im Geschäftsjahr 2015|16 gingen die Umsatzerlöse im Segment Zucker um 8,0 % auf 672,6 Mio. € zurück. Während die Zuckerverkaufspreise v. a. in den Geschäftsbereichen weiterverarbeitende Industrie und Lebensmittelhandel gegenüber der Vergleichsperiode deutlich niedriger waren, konnten die Absatzmengen von Quotenzucker, insbesondere an die Nahrungsmittelindustrie, gesteigert werden. Die Verkäufe von Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie lagen nahezu auf dem Vorjahresniveau, die Exporte in Drittländer fielen deutlich geringer aus. Die Umsätze bei Nebenprodukten waren preisbedingt leicht rückläufig. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 27,2 % (Vorjahr: 29,3 %).

Auch das EBIT lag mit 4,3 Mio. € erwartungsgemäß unter dem Vorjahreswert (9,0 Mio. €). Wesentlicher negativer Einflussfaktor waren die gegenüber dem Vorjahr deutlich gefallenen Zuckerverkaufspreise. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres wurden noch höhere Preise aus der Kampagne 2013|14 erlöst. Die Erholung des EBITs in den letzten sechs Monaten ist v. a. auf die gegenüber dem Vorjahr gesunkenen Rohzuckerkosten und den zusätzlichen Deckungsbeitrag der gestiegenen Absatzmenge zurückzuführen.

Umsatzerlöse im Segment Zucker

EBIT im Segment Zucker

Umsatz nach Produktgruppen
2015|16

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F. O. Licht rechnet in der zweiten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 5. Februar 2016 für das Zuckerwirtschaftsjahr (ZWJ) 2015|16 (1. Oktober 2015 bis 30. September 2016) erstmals seit sechs Jahren wieder mit einem Defizit. Während die Nachfrage weiter steigt, wird die weltweite Zuckerproduktion zurückgehen. Trotz der Erwartung eines Anstieges der brasilianischen Zuckerproduktion wegen des in lokaler Währung attraktiven Weltmarktpreises geht die Weltzuckererzeugung insbesondere aufgrund der geringeren Ernten in der EU, aber auch in Indien zurück. Daher wird erwartet, dass zum Ende des ZWJ 2015|16 die weltweiten Lagerbestände erstmalig nach sechs Jahren sinken, und das mit –6,4 Mio. Tonnen deutlich.

Auch im Geschäftsjahr 2015|16 war die Weltmarktpreisentwicklung sehr volatil. Zu Beginn des Geschäftsjahres stiegen die Notierungen für Weiß- und Rohzucker zunächst kurzzeitig an, fielen dann aber aufgrund der drastischen Abwertung des brasilianischen Real – der Währung des weltgrößten Zuckerproduzenten und -exporteurs – gegenüber dem US-Dollar auf das niedrigste Niveau seit sieben Jahren. Im weiteren Verlauf des Jahres gewann die Erwartung des Weltmarktdefizits in 2015|16 an Bedeutung, sodass seit Ende September eine deutliche Erholung der Zuckerpreise einsetzte. Nach einem kurzfristigen Preisrückgang Anfang des Kalenderjahres 2016 notierte am Ende des Berichtszeitsraumes (29. Februar 2016) Weißzucker bei rund 407 $ (374 €) pro Tonne und Rohzucker bei rund 321 $ (295 €) pro Tonne.

WELTZUCKERBILANZ1
2015|16 2014|15 2013|14
in Mio. t in Mio. t in Mio. t
Anfangsbestand 78,4 77,5 72,8
Erzeugung 176,9 181,7 181,3
Verbrauch -181,7 -178,9 -176,0
Mengenberichtigungen -1,6 -1,9 -0,6
Endbestand 72,0 78,4 77,5
In % des Verbrauches 39,6 43,8 44,0

1 Quelle: F. O. Licht, Zweite Schätzung der Weltzuckerbilanz 2015|16 vom 5. Februar 2016

EU-Zuckermarkt

Im laufenden ZWJ 2015|16 wurde nach der Rekordernte des Vorjahres aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nicht-Quotenzucker die Anbaufläche in der EU erheblich reduziert. Gleichzeitig lagen die Erträge der Kampagne 2015 unter dem Rekordniveau des Vorjahres, in weiten Teilen Europas sogar unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Daher wird mit einem deutlichen Rückgang der Zuckerproduktion in der EU auf 15,6 Mio. Tonnen (ZWJ 2014|15: 20,3 Mio. Tonnen) gerechnet, was zu einem Rückgang der Bestände an Nicht-Quotenzucker führt. Für einen Anstieg der Präferenzimporte wäre ein Preisniveau in der EU notwendig, welches die Vermarktung der Importe mindestens kostendeckend ermöglichen würde. Zum Ende des ZWJ 2015|16 wird nochmals ein Rückgang der Quotenzuckerbestände erwartet.

Im abgelaufenen ZWJ 2014|15 wurde bei europaweiten Rekorderträgen die EU-Zuckerquote erfüllt und eine sehr hohe Nicht-Quotenzuckermenge erzeugt. Aufgrund der eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten von Nicht-Quotenzucker wurden hohe Mengen auf das ZWJ 2015|16 übertragen. Infolge drastisch gesunkener Zuckerpreise in der EU blieben die Präferenzimporte im zurückliegenden ZWJ unter dem Vorjahr. Dies führte zu einem deutlichen Rückgang der Quotenzuckerendbestände zum Ende des ZWJ 2014|15.

Im Oktober 2015 gab die Europäische Kommission (EK) die erste Tranche an Exportkontingenten für europäischen Nicht-Quotenzucker in Höhe von 650.000 Tonnen frei. Ende Jänner 2016 hat die EK auch die zweite Tranche an Exportlizenzen (700.000 Tonnen) freigegeben. Die Summe entspricht dem Exportlimit der World Trade Organisation (WTO) von 1,35 Mio. Tonnen.

Industrie und Retail

Der Zuckerabsatz in den Bereichen Industrie und Retail zeigte im AGRANA-Gebiet insgesamt eine positive Entwicklung. So konnte durch die Erweiterung der Kundenstruktur sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Key Accounts der Absatz um rund 10 % im Bereich Industrie gesteigert werden. Im Segment Handel ist aufgrund der steigenden Kaufkraft in den osteuropäischen Ländern neben einem allgemeinen Konsumanstieg auch eine stärkere Nachfrage nach Spezialitäten zu beobachten. Um die starke Marktposition auch zukünftig zu halten und gegebenenfalls weiter auszubauen, verfolgt AGRANA hier das Ziel, die bisherige Markenpolitik sowie den Spezialitätenverkauf zu intensivieren und die lokalen Marken zu stärken. Insbesondere in den osteuropäischen Ländern ist langfristig von einer steigenden Nachfrage nach Zuckerspezialitäten auszugehen. Die Nachfrage nach Bio-Produkten im Segment Zucker war stabil.

EU-Zuckerpolitik

Nach dem Auslaufen der Zucker- und Isoglukosequoten und der Regelungen betreffend Rübenmindestpreis zum 30. September 2017 sieht die neue Marktordnung für den Binnenmarkt neben einer unveränderten Referenzpreisschwelle für Weißzucker von 404 € pro Tonne die Möglichkeit einer staatlich finanzierten privaten Lagerhaltung und eine fortgesetzte Vertragspflicht zwischen Rübenanbauern und Zuckerindustrie vor. Die Konsequenz der Marktliberalisierung ist, dass die Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarktes stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt durchschlagen werden.

Der Außenschutz des EU-Zuckermarktes gegenüber Drittländern ist von der Änderung der Marktordnung nicht betroffen. AGRANA erwartet darüber hinaus, dass die Zuckerexporte nach Wegfall der Quoten zukünftig keiner Mengenbegrenzung mehr unterliegen, weil dann Quoten und Mindestrübenpreis als (ordnungspolitische) Grundlage für das WTO-Exportlimit entfallen.

Außenhandel Zucker

2013 wurden zwischen der EU und den USA Gespräche über das TTIP1-Freihandelsabkommen aufgenommen. Ziel des TTIP ist eine weitgehende Marktliberalisierung.

Nur rund 10 % der Handelsgüter werden derzeit als „sensible Produkte“ definiert und sollen entweder spezielle Ausnahmeregelungen erhalten oder komplett ausgenommen werden. Zucker und zuckerhaltige Produkte sollen in den finalen Runden der TTIP-Verhandlungen behandelt werden.

Der Frage der Ursprungsregeln kommt im TTIP im Bereich Zucker besondere Bedeutung zu, da die USA im Kontext der NAFTA2 zoll- und quotenfreien Zuckerimporten aus Mexiko ausgesetzt sind.

1 Transatlantic Trade and Investment Partnership (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft)
2 North American Free Trade Agreement (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen)

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenerntefläche der rund 7.700 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2015|16 rund 95.000 Hektar (Vorjahr: 98.000 Hektar), wobei rund 850 Hektar (Vorjahr: 600 Hektar) für den biologischen Anbau verwendet wurden. Ein extrem trockener und heißer Sommer führte 2015 zu einem insgesamt negativen Vegetationsverlauf der Zuckerrübenbestände. Die Flächenrücknahmen und die unterdurchschnittlichen Rübenerträge resultierten in einer stark reduzierten Rübenerntemenge. Insgesamt wurden in der AGRANA-Gruppe rund 5,4 Mio. Tonnen (Vorjahr: 7,7 Mio. Tonnen) Rüben verarbeitet. Aufgrund der Witterung während der Vegetationsphase und des Herbstes bzw. auch aufgrund der vergleichsweise kurzen Lagerdauer der Rüben ist der Zuckergehalt der Ernte 2015 mit 16,8 % (Vorjahr: 15,2 %) als im Mittel überdurchschnittlich einzustufen.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich rund 49.800 Tonnen (Vorjahr: 48.400 Tonnen) Rüben. In durchschnittlich 115 Tagen (Vorjahr: 164 Tage) pro Werk wurden daraus rund 812.000 Tonnen (Vorjahr: 999.000 Tonnen) Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen wurden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder außerhalb Europas verkauft. Im Geschäftsjahr 2015|16 raffinierte AGRANA rund 368.300 Tonnen (Vorjahr: 277.500 Tonnen) Weißwert aus Rohzucker.

Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können, hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige „Chain of Custody“-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Daneben hat AGRANA im Geschäftsjahr 2015|16 erstmals aus Brasilien stammenden biozertifizierten Rohzucker sowie Fairtrade-zertifizierten Rohzucker aus Fidschi zur Raffination eingekauft. Weiters produzierte das Unternehmen in der vergangenen Bio-Rübenkampagne rund 4.600 Tonnen (Vorjahr: rund 4.200 Tonnen) Bio-Rübenzucker.

Produktionsablauf
Zucker

WELTMARKTZUCKERNOTIERUNGEN IM
AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2015|16

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2015|16 46,1 Mio. € (Vorjahr: 34,5 Mio. €) für Neu- und Ersatzinvestitionen aus:

  • Erweiterte Verdampfstation in Leopoldsdorf|Österreich ging mit Beginn der Rübenkampagne in Betrieb
  • Umgebaute und vergrößerte Melasseentzuckerungsanlage in Tulln|Österreich nahm erfolgreich den Betrieb auf
  • Volle Inbetriebnahme der Abpackungsanlagen des neuen Verpackungszentrums in Kaposvár|Ungarn

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2015|16

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