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CEO Johann Marihart

Dipl.-Ing. Johann Marihart
Vorstandsvorsitzender

für die meisten war das AGRANA-Geschäftsjahr 2016|17 ein finanziell positives, mit einer letztlich deutlichen Verbesserung des Ergebnisses der Betriebstätigkeit (EBIT). Für uns war es weit mehr als das, nämlich ein Jahr voller Herausforderungen mit zahlreichen Projekten in all unseren Geschäftsbereichen. Nähere Informationen dazu finden Sie auch hier in unserem Online-Geschäftsbericht.

Drei Fragen an den CEO

1 Was war 2016/17 für Sie besonders positiv und welche Erwartungen haben Sie für das neue angelaufenen Geschäftsjahr?

JM: Erfreulich ist, dass alle Segmente zur deutlichen EBIT-Steigerung auf 172,4 Mio. € (Vorjahr: 129,0 Mio. €) beitrugen und wir unsere gesteckten Jahresziele übererfüllen konnten. Unser Segment Zucker ist wieder auf einem besseren Ergebnisniveau, hat aber noch Potenzial nach oben. Das Segment Stärke konnte das Rekordergebnis des Vorjahres erneut übertreffen und die Erholung im Fruchtsaftkonzentratgeschäft trug zu der guten EBIT-Entwicklung im Segment Frucht bei. Wir sind für das angelaufene Geschäftsjahr 2017|18 optimistisch und erwarten sowohl bei Umsatzerlösen als auch EBIT erneut ein moderates Wachstum. Getragen werden soll der Ergebnisanstieg von weiteren Verbesserungen in den Segmenten Zucker und Frucht. Im Stärkebereich ist die Teilabhängigkeit von der Ethanolgeschäftsperformance zu beachten, weshalb das Stärke-Segment-EBIT moderat unter Vorjahr zu liegen kommen könnte.

2 Die Zukunft des Geschäftsfeldes Zucker bleibt nach wie vor im Fokus - was können Sie hier im Hinblick auf das bereits angelaufene Geschäftsjahr 2017/18 berichten?

JM: Wir steuern auf das Jahr eins nach dem Ende der Zuckerquoten zu. Ab 1. Oktober 2017 werden für die Zuckerproduzenten in der EU neue Rahmenbedingungen herrschen – auf diese Marktliberalisierung ist AGRANA aber gut vorbereitet. AGRANA hat mit den Rübenbauern ein marktpreisabhängiges Rübenbezahlungsmodell vereinbart und die Anbaufläche für unsere Verarbeitung ist weiterhin auf hohem Niveau gesichert.

Da in allen rübenproduzierenden Ländern der EU die Anbauflächen ausgeweitet werden, bedeutet dies bei normaler Witterung, dass auch größere Zuckerproduktionsmengen auf den EU-Markt drängen werden, je nach Weltmarktpreissituation aber auch uneingeschränkt exportiert werden können. Da die WTO-Exportbeschränkungen aufgrund des Wegfalls der Rübenmindestpreise nicht mehr gelten, besteht nunmehr „Freedom to Export“.

AGRANA hat eine starke Präsenz in den Defizitmärkten Ungarn, Rumänien und Bulgarien und das Ende der Quotenbegrenzungen ist für uns daher von Bedeutung. Mit dem Fall der Quoten gewinnt unser Segment Zucker mehr Flexibilität in der Marktversorgung. Bei Weltmarktpreisen um die 500 € pro Tonne Weißzucker erwarten wir, dass die Raffination zugunsten von mehr Rübenzuckerproduktion zurückgeht.

3 Nach der erfolgreichen Kapitalerhöhung stehen AGRANA ja neue Mittel für weiters Wachstum zur Verfügung - was ist hier konkret geplant?

JM: Die Mittel aus der Kapitalerhöhung sollen für diverse Akquisitionsprojekte in allen Segmenten verwendet werden. Für die Segmente Zucker und Stärke ist der serbische Markt interessant. Im Segment Frucht haben wir mit der Akquisition eines Fruchtzubereitungswerkes in Argentinien bereits 2016|17 ein Projekt umgesetzt, das auch verstärkt auf eine Verbreiterung der Produktpalette für den Non-Dairy-Bereich (Speiseeis, Backwaren, Toppings etc.) abzielt.

Die Vollauslastung unseres Ende 2012 neu erbauten Fruchtzubereitungswerkes in Dachang|China erfordert aufgrund des erfreulichen Marktwachstums weitere Kapazitäten für Fruchtzubereitungen, weshalb wir auch aus logistischen Gründen die Errichtung einer weiteren Fabrik im Großraum Shanghai prüfen. Auch der indische Subkontinent ist ein interessanter Markt. Daher haben wir in Zusammenhang mit den dortigen Markteintrittsstrategien unserer Kunden einen Standort in der Region Maharashtra als Nukleus für eine zukünftig eigene Produktion erworben.

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