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Segment
Zucker

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Zucker

Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B und B2C Produkte Zucker und Zuckerspezialprodukte, Nebenprodukte (Futter und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Rübe und Rohzucker (aus Rohrzucker)
Hauptmärkte Österreich, Ungarn, Rumänien, Tschechien, Slowakei, Bosnien-Herzegowina (Region Westbalkan), Bulgarien Abnehmer Weiterverarbeitende Industrie (v.a. Süßwaren-, Getränke- und Fermentationsindustrie), Lebensmittelhandel (für Endverbraucher) Besondere Stärken Hoher Qualitätsstandard der Produkte, auf die Kundenbedürfnisse angepasstes Sortiment

Geschäftsentwicklung im
Segment Zucker

Umsatzerlöse und EBIT im Segment Zucker

Im Geschäftsjahr 2016|17 bewegten sich die Umsatzerlöse im Segment Zucker mit 671,9 Mio. € nahezu auf Vorjahresniveau. Einer positiven Entwicklung durch gestiegene Zuckerverkaufspreise standen geringere Zuckerverkaufsmengen infolge der vergleichsweise geringen Zuckerproduktions­menge, v. a. an den Lebensmittelhandel und beim Nicht-Quotenzuckerverkauf an die chemische Industrie, gegenüber. Die Umsätze bei Nebenprodukten waren stabil, jene bei sonstigen Produkten (INSTANTINA-Produkte, Saatgut, Services etc.) konnten gesteigert werden. Der Anteil des Segmentes Zucker am Konzernumsatz betrug 26,2 % (Vorjahr: 27,2 %).

Das EBIT konnte wie prognostiziert und trotz negativer Einmaleffekte, u. a. in Rumänien, um 20,1 Mio. € auf 24,4 Mio. € deutlich gesteigert werden. Wesentlicher positiver Einflussfaktor waren die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Zuckerverkaufspreise, wobei die größten Preis­erholungen im Groß- und Einzelhandel wie auch im Export feststellbar waren. Zuckerpreisanstiege gab es in allen Ländern, in denen AGRANA tätig ist.

Umsatzerlöse im Segment Zucker

EBIT im Segment Zucker

Umsatz nach Produktgruppen
2016|17

Zuckerweltmarkt

Das Analyseunternehmen F. O. Licht rechnet in seinem Update vom 9. März 2017 zur dritten Schätzung der Weltzuckerbilanz vom 15. Dezember 2016 für das Zucker­wirtschaftsjahr (ZWJ) 2016|17 (Oktober 2016 bis September 2017) mit einem weiteren signifikanten Defizit von –5,5 Mio. Tonnen in der Weltzuckerbilanz (Vorjahr: –8,0 Mio. Tonnen). Ein Hauptgrund dafür ist, dass der weltweit weiter wachsende Verbrauch die Produktion deutlich übersteigt. Nach zuvor fünf aufeinanderfolgenden Jahren mit global wachsenden Beständen wird nun das zweite Jahr in Folge ein gesunkener Lagerstand zum Ende des ZWJs gesehen.

Auch im Geschäftsjahr 2016|17 war die Weltmarktpreis­entwicklung sehr volatil. Die Preise erholten sich bereits seit September 2015 stark, v. a. aufgrund des beschriebe­nen Defizits am Weltmarkt. Speziell seit April 2016 zeigte der Markt einen starken Preisaufwärtstrend und erreichte im Geschäftsjahr seinen höchsten Stand im September bzw. Oktober mit 612,0 $ pro Tonne Weißzucker und 524,9 $ pro Tonne Rohzucker, worauf eine Preiskorrektur mit sinkenden Notierungen einsetzte. Diese war größtenteils auf einen sehr starken US-Dollar, insbesondere im Vergleich zum brasilianischen Real, und das wieder veränderte Verhalten institutioneller Investmentfonds zurückzuführen. Zu Beginn des Kalenderjahres 2017 stiegen die Preise, getrieben durch Importerwartungen für den indischen Markt, wieder an. Mit Ende Februar haben sich diese Erwartungen jedoch noch nicht bestätigt und unter dem Druck eines weiterhin starken US-Dollars war am Markt eine neuerliche Korrektur nach unten feststellbar. Mit Berichtsstichtag 28. Februar 2017 notierte Rohzucker bei 425,7 $ pro Tonne und Weißzucker bei 532,6 $ pro Tonne.

WELTZUCKERBILANZ1
2016|17 2015|16 2014|15
in Mio. t in Mio. t in Mio. t
Anfangsbestand 71,9 80,0 79,0
Erzeugung 177,6 174,8 180,8
Verbrauch -180,6 -179,6 -178,7
Mengenberichtigungen -2,5 -3,3 -1,1
Endbestand 66,4 71,9 80,0
In % des Verbrauches 36,8 40,0 44,8

1 F. O. Licht, Update der dritten Schätzung der Weltzuckerbilanz 2016|17 vom 9. März 2017

EU-Zuckermarkt

EU-weit wird aufgrund der guten Wetterbedingungen während der letzten Wachstumsphase der Zuckerrüben eine Steigerung der Zuckerproduktion gegenüber dem ZWJ 2015|16 um 1,7 Mio. Tonnen auf 16,6 Mio. Tonnen erwartet.1

Die erste Tranche an Exportkontingenten für europäischen Nicht-Quotenzucker wurde von der EK bereits Anfang Oktober 2016 für 675.000 Tonnen freigegeben. Die Freigabe der zweiten Tranche ist für März 2017 vorgesehen. Somit wäre auch im ZWJ 2016|17 die Freigabe der gesamten Menge an Exportkontingenten (1,35 Mio. Tonnen) für europäischen Nicht-Quotenzucker im Rahmen des WTO-Limits festgesetzt.

Die Zuckerimporte sind wie auch im vorrangegangenen ZWJ auf niedrigem Niveau, was auf die hohen Weltmarkt­preise bei vergleichsweise niedrigen EU-Preisen zurück­zuführen ist. Dies wirkt sich auch auf die derzeitige Prognose eines sinkenden Lagerendbestandes der Euro­päischen Kommission für das ZWJ 2016|17 aus. Laut Prognose vom Dezember 2016 rechnet die EK derzeit mit einem Lagerendbestand von rund 509.000 Tonnen; dieser wäre im Vergleich zu den Vorjahren sehr gering. Daher hat die EK bereits die September 2017-Produktion von Rübenzucker als in der EU verkaufsfähig freigegeben. Weiters ist unklar, ob die EK in den nächsten Monaten weitere außerordentliche Marktmaßnahmen (Importe) für das ZWJ 2016|17 ergreifen wird.

Der Zuckerpreis sah laut dem offiziellen „Sugar Price Reporting“ der EU in den letzten Monaten einen Aufwärtstrend; im September 2016 lag der EU-Durchschnittspreis noch bei rund 450 € je Tonne, im Jänner 2017 belief sich der Preis auf 495 € je Tonne.

1F. O. Licht-Bericht (Vol. 149 No. 7) vom 9. März 2017; EU-Zuckerbilanz vom 22. Dezember 2016.

Industrie und Retail

Abseits des österreichischen Marktes war das Retail-Geschäft bis zum Start der Rübenverarbeitung 2016|17 von Spot-Verkäufen geprägt. AGRANA setzte hier weiterhin auf die Stärkung lokaler Marken sowie den Sortiments­ausbau, insbesondere in den osteuropäischen Ländern, wo man in den nächsten Jahren mit einem Mengenwachstum und einer zunehmenden Nachfrage nach Spezialitäten rechnet.

AGRANA ist es gelungen, Exportmengen erfolgreich zu vermarkten. Die innereuropäischen Lieferungen von Nicht-Quotenzucker lagen aufgrund bestehender Kontrakte auf dem Niveau der Vorjahre. Der Absatz an die weiterverarbeitende Industrie zeigte sich aufgrund mittel- und längerfristiger Vereinbarungen über alle Länder hinweg stabil. Da Einkaufspreise, sowohl für Weiß- als auch Rohzucker zur Raffination, marktbedingt auf sehr hohem Niveau liegen, liefert AGRANA derzeit überwiegend im Rahmen bestehender Vereinbarungen.

Durch eine Ausweitung der Bio-Zuckerproduktion wurde der steigenden Kundennachfrage nach Zucker aus kon­trolliert biologischer Landwirtschaft Rechnung getragen.

EU-Zuckerpolitik

Auch nach dem Auslaufen der Quotenregelung am 30. September 2017 wird es weiterhin ein Zuckerpreis­meldesystem, eine Branchenvereinbarung (Vertragspflicht zwischen den Rübenbauern und der Zucker­industrie), private Lagerhaltung und Möglichkeiten für Maßnahmen gegen Marktstörungen geben. Mit dem Quoten­ende fallen die Rübenmindestpreise und die WTO-Exportbeschränkungen weg. Der Außenschutz bleibt unverändert erhalten.

In den letzten Monaten wurde weiter an den letzten Arbeitsdokumenten für die rechtlichen Rahmenbindungen nach dem Auslaufen der Quotenreglung gearbeitet. Seit Dezember 2016 steht nun das Zuckerpreismelde­system in Diskussion. Dass es bestehen bleibt, steht außer Frage, in welcher Form wird jedoch noch verhandelt.

AGRANA sieht die Konsequenz der Marktliberalisierung durch das Auslaufen der Quoten v. a. darin, dass Mengen- und Preisvolatilitäten des Weltmarktes sich stärker als bisher auf den EU-Zuckermarkt auswirken werden, da das Exportventil für EU-Überschüsse weltmarktpreisabhängig genützt werden wird. Andererseits wird aber auch mit neuen Marktchancen gerechnet, da Zuckerexporte in Zukunft nicht mehr limitiert sein werden.

Freihandelsabkommen

Die EK sieht weitere Verhandlungen mit den MERCOSUR-Staaten, Mexiko, Australien & Neuseeland, Indonesien und den Philippinen über den Abschluss von Freihandels­abkommen in den nächsten Monaten vor. Am 15. Februar 2017 hat das Europäische Parlament CETA – dem Frei­handelsabkommen mit Kanada – zugestimmt. Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, müssen es u. a. die nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten noch ratifizieren. Die Verhandlungen über TTIP – dem Transatlantischen Abkommen mit den USA – sind aufgrund der geänderten politischen Prioritäten in den USA bis auf weiteres ausgesetzt

Rohstoff und Produktion

Die Zuckerrübenerntefläche der rund 7.700 AGRANA-Kontraktbauern betrug im ZWJ 2016|17 rund 93.200 Hektar (Vorjahr: rund 95.000 Hektar), wobei knapp 1.300 Hektar (Vorjahr: 850 Hektar) auf den biologischen Anbau entfielen. Daraus produzierte das Unternehmen rund 8.500 Tonnen (Vorjahr: rund 4.600 Tonnen) Bio-Rüben­zucker, der erstmals auch in der Zuckerfabrik Roman|Rumänien gewonnen wurde.

In den AGRANA-Anbauländern konnten sich die Rüben­bestände durch die vergleichsweise ausgiebige Nieder­schlagsversorgung in den Monaten Mai bis August 2016 und die warmen Tempera­turen in der Wachstumsphase gut entwickeln. Die Ernte erfolgte aufgrund von intensiven Niederschlägen im Oktober unter vergleichsweise schwierigen Bedingungen. Insgesamt wurden trotz eines leichten Flächenrückganges in der AGRANA-Gruppe mit rund 6,7 Mio. Tonnen Rüben um rund 1,3 Mio. Tonnen Rüben mehr als im Vorjahr verarbeitet Aufgrund der Witterung während der Vegetationsphase und des Herbstes ist der Zuckergehalt der Ernte 2016 mit 16,7 % (Vorjahr: 16,8 %) als durchschnittlich einzustufen.

Die sieben AGRANA-Rübenzuckerfabriken verarbeiteten während der Kampagne täglich rund 49.400 Tonnen (Vorjahr: 49.800 Tonnen) Rüben. In durchschnittlich 136 Tagen (Vorjahr: 115 Tage) pro Werk wurden daraus rund 1,0 Mio. Tonnen (Vorjahr: 812.000 Tonnen) Zucker erzeugt. Die Zuckerproduktion lag damit deutlich über der AGRANA-EU-Rübenzuckerquote von 618.000 Tonnen. Die die Quote übersteigenden Mengen werden als Nicht-Quotenzucker an die chemische Industrie vermarktet oder außerhalb Europas verkauft. Im Geschäftsjahr 2016|17 raffinierte AGRANA rund 263.200 Tonnen (Vorjahr: 368.300 Tonnen) Weißwert aus Rohzucker. Um auch für das Vorprodukt Rohzucker eine nachhaltige vorgelagerte Lieferkette sicherstellen zu können hält AGRANA seit 2014 eine für alle Raffinationsstandorte gültige „Chain of Custody“-Zertifizierung nach dem international anerkannten Bonsucro-Standard. Dieses Zertifikat erlaubt AGRANA-Kunden, das Bonsucro-Logo auf ihren Produkten zu führen. Bonsucro hat im Benchmarking-Tool der Sustainable Agriculture Initiative (SAI) mit Gold-Status die höchste Bewertung.

Produktionsablauf
Zucker

WELTMARKTZUCKERNOTIERUNGEN IM
AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2016|17

Investitionen

Im Segment Zucker gab AGRANA im Geschäftsjahr 2016|17 23,3 Mio. € (Vorjahr: 46,1 Mio. €) für Neu- und Ersatz­investitionen aus. Auszug an wesentlichen Projekten:

  • Generalsanierung des Hochregallagers in Tulln|Österreich
  • Erneuerung der Frischwasseraufbereitung in Tulln|Österreich
  • Neuerrichtung der Trockenschnitzel-Pelletsabsackung in Leopoldsdorf|Österreich

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2016|17

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