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Segment
Stärke

Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B Produkte Unterscheidung in Food-, Non-Food- und Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohole/Bioethanol, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Mais, Weizen, Kartoffeln
Hauptmärkte Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B. USA und VAE Abnehmer Food: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food: Papier-, Textil- und Bauchemische Industrie, Pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölinstustrie; Feed: Futtermittelindustrie Besondere Stärken Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Geschäftsentwicklung im
Segment Stärke

Umsatzerlöse und EBIT im Segment Stärke

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2016|17 lag mit 733,9 Mio. € um 1,7 % leicht über dem Vorjahreswert. Durch Produktivitätssteigerungen konnten im Vergleich zum Vorjahr Mehr­mengen bei Stärken (v. a. aus Kartoffeln) und Ethanol produziert und im Markt platziert werden. Das durchschnittliche Verkaufspreisniveau von Bioethanol sank im Vorjahresvergleich, gleichzeitig entwickelten sich die Preise für Verzuckerungsprodukte stabil. Die Nebenproduktumsätze lagen moderat über dem Vorjahreswert. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 28,7 % (Vorjahr: 29,1 %).

Das EBIT in Höhe von 76,2 Mio. € übertraf den Vorjahreswert um 15,6 % deutlich. Einsparungen bei Rohstoff- und Energiekosten sowie bei Sachkosten hatten wesentliche positive Effekte auf das Ergebnis. Die Profitabilität (EBIT-Marge) stieg von 9,1 % auf 10,4 %. Die deutliche Ergebnissteigerung bei der nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gruppe spiegelt die gefestigten Preise für Verzuckerungsprodukte und die gesunkenen Beschaffungskosten für Mais wider.

Das im Geschäftsjahr 2016|17 ausgewiesene Ergebnis aus Sondereinflüssen in Höhe von 9,0 Mio. € resultierte aus Steuerschulden in Zusammenhang mit einer Betriebs­prüfung in Rumänien (–11,5 Mio. €), einer Rückstellung für eine Rechtsstreitigkeit in Rumänien (–1,5 Mio. €) und aus der Beilegung eines Rechtsstreites in Tschechien (+4,0 Mio. €; Auflösung einer Rückstellung).

Umsatzerlöse im Segment Stärke

EBIT im Segment Stärke

Umsatz nach Produktgruppen
2016|17

Marktumfeld

Der Stärkemarkt war insgesamt von einer sehr stabilen Nachfrage gekennzeichnet. Bei Kartoffelstärke brachte die abgelaufene Verarbeitungskampagne eine sehr erfreuliche Versorgungslage mit sich, so dass die Vertriebsstrategie neben Marktanteilssteigerungen am Heimmarkt und den umliegenden Märkten auch auf Exporte in die wachsenden Märkte Lateinamerika und Asien ausgerichtet ist.

Neben dem Lebensmittelsektor ist es v. a. die auf hohem Niveau produzierende Papier- und Wellpappenindustrie, die auch bei nativer Mais- und Weizenstärke für hohe Nachfrage sorgt.

Die Weizenstärke aus Pischelsdorf|Österreich ergänzt seit 2014 das Produktprogramm von AGRANA Stärke und hat sich aufgrund seiner hohen Reinheit einen festen Platz bei industriellen Anwendungen gesichert.

Absatzsteigerungen auf den internationalen Märkten für Baustärken und Klebstoffe tragen ebenso zur strategischen Weiterentwicklung des Kunden- und Marktportfolios von AGRANA Stärke in Richtung Spezialisierung bei wie Stärkeprodukte mit höheren Veredelungsgraden für Lebensmittelanwendungen inklusive dem Bio-Segment.

Verzuckerungsprodukte

Bestimmend für das Umfeld bei stärkebasierten Verzuckerungsprodukten war die Markt- und Preisentwicklung bei Zucker. Insbesondere für das Isoglukosegeschäft hatte dies positive Effekte bei der Nachfrage- und Preisentwicklung zur Folge.

Die Isoglukosequote im letzten Jahr des Mengenregimes im Rahmen der EU-Zuckermarktordnung betrug unverändert rund 720.000 Tonnen, wobei auf HUNGRANA (100 %) mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfiel. Diese Quote wird ab 1. Oktober 2017 im Zuge der Liberalisierung des EU-Zuckermarktes aufgehoben.

Bioethanol (inklusive wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen)

Die Volatilität am europäischen Markt für Bioethanol war signifikant; so reichte die Bandbreite der Preisnotierungen von 440 € bis 660 € pro m3 FOB Rotterdam.

Schwankende Angebots-/Nachfragerelationen bei EU-Bio-Ethanol sowie eine sinkende Attraktivität für Importe führten am Ende des Wirtschaftsjahres zu unerwarteten Preisausschlägen.

Ende 2016 wurde von der Europäischen Kommission ein Vorschlag für die zukünftige Ausgestaltung der Biotreibstoff-Richtlinie (RED II) veröffentlicht. Geht es nach diesem Vorschlag, wäre ab dem Jahr 2021 Biotreibstoff der ersten Generation von einem kontinuierlichen Rückgang der Beimischung bedroht. Der Vorschlag der Europäischen Kommission sieht vor, dass die entstehende Lücke durch sogenannte „Advanced Biofuels“ (u. a. Treibstoffe der zweiten Generation) gefüllt werden muss. Dieser Vorschlag würde bei unveränderter Zustimmung des Europäischen Rates und des EU-Parlamentes einen dramatischen Wandel für die europäische Ethanolindustrie nach 2020 bedeuten.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC1) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2016|172 bei 2,1 Mrd. Tonnen und damit über dem Vorjahresniveau sowie über dem erwarteten Verbrauch. Die weltweite Weizenproduktion wird auf 752 Mio. Tonnen (Vorjahr: 737 Mio. Tonnen, erwarteter Verbrauch: 738 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 1.049 Mio. Tonnen (Vorjahr: 973 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 1.035 Mio. Tonnen). Die gesamten Getreidelagerbestände werden aufgrund der guten Ernte um rund 33 Mio. Tonnen mit 508 Mio. Tonnen höher erwartet.

Trotz der guten weltweiten Versorgungssituation bei Getreide sind die Terminnotierungen im Geschäftsjahres­verlauf gestiegen. Am 28. Februar 2017 lag der Preis an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) für Weizen bei 172,3 € und für Mais bei 171,3 € je Tonne (Vorjahr: Weizen 147,3 € und Mais 146,8 € je Tonne). Der Grund dafür lag neben Währungseffekten in der vergleichsweise niedrigeren französischen Weizen- und Maisernte 2016.

Kartoffeln

In der Kampagne 2016|17 hat die Kartoffelstärkefabrik am Standort Gmünd|Österreich in 149 Tagen (Vorjahr: 104 Tagen) rund 238.900 Tonnen (Vorjahr: rund 164.400) Tonnen Stärkeindustriekartoffeln mit einem durchschnittlichen Stärkegehalt von 19,6 % (Vorjahr: 17,3 %) verarbeitet. Aus rund 24.800 Tonnen (Vorjahr: 24.600 Tonnen) Speise­industriekartoffeln wurden etwa 4.400 Tonnen (Vor-jahr: 4.200 Tonnen) Kartoffeldauerprodukte produziert.

Mais und Weizen

Die Maisverarbeitungsmenge der AGRANA Stärke GmbH in Österreich für Stärkeprodukte (ohne Ethanol) erhöhte sich im Geschäftsjahr 2016|17 auf rund 416.000 Tonnen (Vorjahr: rund 406.000 Tonnen), was auf den gestiege-nen Anteil an Spezialmaisen zurückzuführen war. Davon betraf die Verarbeitung von Nassmais eine Menge von rund 121.0003 Tonnen (Vorjahr: rund 93.000 Tonnen). Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, zertifiziert gentechnikfreier Mais) erhöhte sich dabei auf rund 131.000 Tonnen (Vorjahr: rund 122.000 Tonnen).

In der Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf|Österreich wurde im Geschäftsjahr 2016|17 eine Netto­rohstoffmenge von rund 198.000 Tonnen (Vorjahr: 182.200 Tonnen) Weizen für die Verarbeitung zu Weizen­stärke eingesetzt. In der angeschlossenen Bioethanol­anlage wurden rund 637.000 Tonnen (Vorjahr: 592.000 Tonnen) Getreide verarbeitet, wobei das Einsatzverhältnis von Weizen (inkl. Tritikale) zu Mais in etwa 60:40 betrug. Aus der Ernte 2016 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 70.000 Tonnen Ethanolweizen und -Tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2017 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

In Ungarn (HUNGRANA-Werk, nach der Equity-Methode einbezogen) konnte die gesamte Maisverarbeitung 2016|17 (100 %) auf ein Niveau von über 1,1 Mio. Tonnen moderat gesteigert werden. Die dortige Nassmaisverarbeitung wurde Ende Dezember 2016 deutlich über dem Vorjahres­niveau abgeschlossen. Im rumänischen Werk wurden mit rund 67.000 Tonnen Mais mehr als im Vorjahr verarbeitet.

1    International Grains Council, Schätzung vom 23. Februar 2017
2    Getreidewirtschaftsjahr: 1. Juli bis 30. Juni

Produktionsablauf
Maisstärke

Produktionsablauf
Kartoffelstärke

Produktionsablauf
Weizenstärke

MAIS- UND WEIZENNOTIERUNGEN IM
AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2016|17

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2016|17 57,6 Mio. € (Vorjahr: 28,2 Mio. €). Auszug an wesentlichen Projekten:

  • Ausbau der Maisverarbeitung in Aschach|Österreich
  • Erweiterung der Stärkeverzuckerungsanlagen in Aschach
  • Errichtung einer neuen Maltodextrin-Sprühtrocknungsanlage in Aschach

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2016|17 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANA-Gesell­schaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 10,8 Mio. € (Vorjahr: 16,8 Mio. €) getätigt.

Anteil am Konzern-Investitionsvolumen 2016|17

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