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das „Zusammen wirken“ von drei Geschaftssegmenten hat sich im vergangenen Geschäftsjahr 2015|16 wieder bewährt und verhalf unserem Konzern trotz der Herausforderungen im Segment Zucker zu einem moderat verbesserten Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBIT).

Im Namen des gesamten Vorstandes bedanke ich mich bei allen, die in guter Zusammenarbeit zum Erfolg von AGRANA beigetragen haben, insbesondere bei unseren Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihre Loyalität sowie bei unseren Geschäftspartnern und Aktionären für ihr Vertrauen.

CEO Johann Marihart

Dipl.-Ing. Johann Marihart
Vorstandsvorsitzender

Drei Fragen an
den CEO

1 Sie sind mit nicht ganz so positiven Erwartungen in das Geschäftsjahr 2015|16 gegangen; warum gab es letztlich doch eine EBIT-Steigerung?

JM: Erfreulicherweise profitieren wir aktuell mehr denn je von unserer Diversifizierung in drei Standbeine, die zu einem respektablen Konzernergebnis führte. Stärke und Frucht konnten Zucker 2015|16 ergebnismäßig auffangen. Das Segment Stärke profitierte nicht nur von seiner Vielfalt im Food- und Non-Food-Bereich, sondern auch von den Ethanolpreisen und erreichte beim EBIT sogar ein All-Time-High. Das Segment Frucht erzielte ein Ergebnis der Betriebstätigkeit auf Vorjahresniveau, wobei der Geschäftsbereich Fruchtzubereitungen ebenfalls den höchsten Wert bisher erreichte, während das Fruchtsaftkonzentratgeschäft, u.a. bedingt durch die niedrigen Apfelsaftkonzentratpreise aus der Ernte 2014, deutlich unter den Erwartungen blieb.

2 Zucker bleibt nach wie vor Ihr Sorgenkind. Was tun Sie hier, um wieder in die Spur zu kommen?

JM: 2015|16 stand unverändert im Zeichen schwieriger Zuckermarktbedingungen. Das ganze Jahr über anhaltend niedrige, aber seit der Kampagne 2015 nicht mehr weiter gesunkene Verkaufspreise drückten auf Umsatz und v.a. Ergebnis in unserem Segment Zucker. Die Tatsache, dass wir in diesem Geschäftsbereich angesichts der Rahmenbedingungen keinen Verlust ausweisen müssen, ist durchaus respektabel. Unsere Rationalisierungsmaßnahmen wie Kostensenkungen im Overheads-Bereich griffen ebenso rasch wie unsere Investitionen in die Verbesserung der Ausbeute, der Nebenproduktveredelung und der Energieeffizienz.

Die Schwankungen des Weltmarktzuckerpreises und der intensive Kampf um EU-Marktpositionen vor dem Hintergrund der im September 2017 auslaufenden Zuckermarktordnung werden für unser Zuckergeschäft weiter bestimmend sein. Wir haben uns aber auf die Marktliberalisierung gut vorbereitet, sind bereits jetzt in den Defizitmärkten stark präsent und verfügen über ein jahrzehntelanges Know-how in der Produktion von Zucker und Isoglukose. Unser Ziel bleibt es, die Marktanteile in Zentral- und Osteuropa auszubauen. Die negativen Auswirkungen der Zuckermarktreform wie das Austesten der ökonomischen Preisuntergrenzen sind bereits Realität, die Vorteile wie der Wegfall von Produktions- und Exportbeschränkungen werden aber erst ab Ende 2017 zum Tragen kommen.

3 Wie wird AGRANA auch zukünftig eine gute Performance abliefern bzw. welche Strategien gibt es, um auf lange Sicht erfolgreich zu sein?

JM: Ein anhaltend tiefer Ölpreis, die Verlangsamung der Weltwirtschaft mit einer abgeschwächten Konjunktur in Schwellenländern wie China und Brasilien, deutlich rückläufige Rohstoffpreise: Auch oder gerade in diesem Umfeld ist AGRANA strategisch gut positioniert und setzt im rein preisgetriebenen (Rohstoff-)Wettbewerb auf ihre Spezialitätenstrategie. Hierauf werden wir auch zukünftig unseren Fokus legen. Gerade im Segment Stärke haben wir enorme Flexibilität und können mit einem Mix aus Qualitäten, verschiedenen Rohstoffen, unterschiedlichen Technologien und mittels Modifikationen chemischer und physikalischer Natur eine breite Produktpalette anbieten. Die Gentechnikfreiheit unserer Produkte oder die Bio-Herkunft sind ein Wettbewerbsvorteil, den wir mehr und mehr weltweit nutzen - auch in den USA, wo gentechnikfreie Stärkespezialitäten in zunehmendem Maß gefragt sind. Der „Commoditisierung“ des Fruchtsaftkonzentratbereiches steuern wir ebenfalls durch eine Spezialitätenstrategie entgegen. Auch im Segment Zucker werden wir in unserer Region unsere Alleinstellungsmerkmale, was Marke und Breite des Zuckersortimentes und die Pflege regionaler Markenartikel betrifft, ausbauen.

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