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Segment
Stärke

Basics

Ebene der Geschäftsbeziehung B2B Produkte Unterscheidung in Food-, Non-Food- und Feed-Bereich; native und modifizierte Stärken, Verzuckerungsprodukte, Alkohole/Bioethanol, Nebenprodukte (Futter- und Düngemittel) Verarbeitete Rohstoffe Mais, Weizen, Kartoffeln
Hauptmärkte Zentral- und Osteuropa, schwerpunktmäßig Österreich und Deutschland, auch Spezialmärkte wie z.B. USA und VAE Abnehmer Food: Nahrungsmittelindustrie; Non-Food: Papier-, Textil- und Bauchemische Industrie, Pharmazeutische und Kosmetikindustrie, Mineralölinstustrie; Feed: Futtermittelindustrie Besondere Stärken Gentechnikfrei und starker Bio-Fokus

Geschäftsentwicklung im
Segment Stärke

Umsatzerlöse und Erlöse im Segment Stärke

Der Umsatz des Segmentes Stärke im Geschäftsjahr 2015|16 lag mit 721,6 Mio. € um 3,1 % leicht über dem Vorjahreswert. Umsatzzuwächse konnten u. a. im Geschäftsbereich Bioethanol aufgrund gestiegener Verkaufspreise sowie bei Stärke-Nassderivaten aufgrund höherer Absatzmengen erzielt werden. Erlösrückgänge bei den Verzuckerungsprodukten spiegeln das anhaltend niedrige Preisniveau des europäischen Zuckermarktes wider. Die Nebenproduktumsätze lagen rohstoffpreisbedingt leicht unter dem Vorjahreswert. Der Anteil des Segmentes Stärke am Konzernumsatz betrug 29,1 % (Vorjahr: 28,1 %).

Das EBIT in Höhe von 65,9 Mio. € übertraf den Vorjahreswert um 21,8 % deutlich. Neben einem preisbedingten Margengewinn (v. a. bei Ethanol) und höheren Absatzmengen konnte diese Steigerung durch gesunkene Rohstoff- und Energiepreise erreicht werden. Die Profitabilität (EBIT-Marge) stieg von 7,7 % auf 9,1 %. Der Ergebnisrückgang des nach der Equity-Methode einbezogenen Tochterunternehmens HUNGRANA spiegelt die gesunkenen Verkaufspreise für Verzuckerungsprodukte wider.

Umsatzerlöse im Segment Stärke

EBIT im Segment Stärke

Umsatz nach Hauptprodukten
2015|16

Marktumfeld

Die bestimmenden Marktumfeldfaktoren für das Segment Stärke im abgelaufenen Geschäftsjahr waren die Getreidepreise, die trotz regional starker Dürreereignisse eine stabile bzw. sogar fallende Tendenz aufwiesen, der Marktdruck bei Zucker sowie das hohe Ethanolpreisniveau auf den europäischen Märkten.

Die strategische Weiterentwicklung des Produkt- und Marktportfolios von AGRANA Stärke in Richtung Spezialisierung findet in der Ausweitung von umsatz- und margenstärkeren Stärkederivaten ihren deutlichen Niederschlag. Auch Bio-Stärken und der Bereich Säuglingsmilchnahrung trugen zur positiven Geschäftsentwicklung des Segmentes bei. Die Absatzsituation bei Stärken für technische Anwendungen (v. a. für Papier und Wellpappe) ist auf hohem Niveau stabil. Die Marktposition von AGRANA am europäischen Stärkemarkt konnte durch die Ergänzung des Portfolios um Weizenstärke merkbar ausgeweitet werden.

Obwohl das Angebot bei Getreide und Ölfrüchten durch die Dürre des Sommers 2015 regional wesentlich beeinflusst wurde, sorgten die international hohen Ernten bei Getreide, Eiweiß- und Ölfrüchten für einen Marktdruck auf die Nebenprodukterlöse.

Verzuckerungsprodukte

Die Isoglukosequote der EU-28 betrug im Zuckerwirtschaftsjahr 2015|16 rund 720.000 Tonnen, wobei auf die HUNGRANA (100 %) mit 250.000 Tonnen der größte Anteil entfiel.

Bei den Verzuckerungsprodukten waren die Preisrückgänge als Folge der gesunkenen Notierungen für Weltmarktzucker und des verstärkten Wettbewerbes um Marktanteile in Erwartung der Liberalisierung des europäischen Marktes nach dem Auslaufen der EU-Zuckermarktordnung im September 2017 erheblich.

Bioethanol (inklusive wirtschaftspolitisches Umfeld und Rahmenbedingungen)

Trotz des dramatischen Preisverfalles bei Rohöl, Benzin und Diesel konnten sich die Märkte für Treibstoffethanol im abgelaufenen Jahr gut behaupten. Dies war Folge einer knappen Versorgungslage und nicht ausreichend gegebener Importmöglichkeiten aufgrund der Euro-Schwäche und des Außenschutzes. Zusätzlich sorgten die gesetzlichen Beimischverpflichtungen dafür, dass Ethanol trotz höherem Preis auf eine entsprechende Nachfrage traf.

Nach jahrelangen Verhandlungen wurde im April 2015 die Debatte über die iLUC-Thematik („Indirect Land Use Change“ bzw. indirekte Landnutzungsänderungen) bei Biokraftstoffen durch eine Einigung im Europäischen Parlament beendet. Die 7%ige Deckelung der Beimischung von Biokraftstoffen der ersten Generation wird stabilere Rahmenbedingungen als zuletzt für die Zeit bis 2020 bringen. AGRANA profitiert von den Synergien der Produktion von Nahrung, Futtermitteln und Energie sowie der kaskadischen Nutzung der eingesetzten Rohstoffe. So reduziert das Nebenprodukt ActiProt®, ein hochwertiges Eiweißfuttermittel, den Bedarf an Sojaimporten aus Übersee. AGRANA verwendet für die Bioethanolproduktion ausschließlich den europäischen Nachhaltigkeitskriterien entsprechende, regionale Futtergetreideüberschüsse.

Rohstoff und Produktion

Der Internationale Getreiderat (IGC1) sieht die weltweite Getreideerzeugung im Getreidewirtschaftsjahr 2015|162 bei rund 2 Mrd. Tonnen, damit leicht unter dem Vorjahresniveau, aber dennoch über dem erwarteten Verbrauch. Die weltweite Weizenproduktion wird auf 732 Mio. Tonnen (Vorjahr: 728 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 719 Mio. Tonnen) geschätzt, die globale Maiserzeugung auf 969 Mio. Tonnen (Vorjahr: 1.016 Mio. Tonnen; erwarteter Verbrauch: 971 Mio. Tonnen). Die gesamten Getreidelagerbestände werden aufgrund der guten Weizenernte um rund 16 Mio. Tonnen mit 465 Mio. Tonnen über Vorjahresniveau erwartet.

Der günstigeren Versorgungssituation v. a. bei Weizen folgend, sind die Getreidenotierungen im Jahresverlauf gesunken (Weizen) bzw. stabil (Mais) geblieben. Am 29. Februar 2016 lag der Preis an der Pariser Warenterminbörse (NYSE Euronext Liffe) für Mais und Weizen bei rund 147 € pro Tonne (entsprechende Vorjahresnotierungen: Mais 148 € und Weizen 185 € pro Tonne).

Kartoffeln

In der Kampagne 2015 hat die österreichische Stärkefabrik in Gmünd in 104 Tagen (Vorjahr: 122 Tagen) witterungsbedingt trotz gleichbleibendem Kontraktumfang eine deutlich unter dem Vorjahr liegende Stärkekartoffelmenge verarbeitet. Die durchschnittlichen Hektarerträge lagen bei rund 26 Tonnen (Vorjahr: 40 Tonnen) und der durchschnittliche Stärkegehalt lag wie im Vorjahr bei 17,3 %. Der Bio-Anteil betrug, gemessen an der Einsatzmenge, rund 4 % (Vorjahr: rund 3 %). Für das Anbaujahr 2016 plant AGRANA eine Stärkekartoffelkontraktmenge auf Höhe des Vorjahres und damit bei Durchschnittserträgen eine höhere Verarbeitungsmenge. Im Bereich Speiseindustriekartoffeln wurde für die Produktion von Kartoffeldauerprodukten eine mit dem Vorjahr vergleichbare Rohstoffmenge verarbeitet, wobei der Bio-Anteil bei rund 26 % (Vorjahr: rund 21 %) lag.

Mais und Weizen

Die gesamte Maisverarbeitungsmenge in den AGRANA-Stärkefabriken in Österreich und Rumänien lag im Geschäftsjahr 2015|16 aufgrund der witterungsbedingt geringeren Nassmaisverarbeitung leicht unter dem Vorjahresniveau. Der Anteil an Spezialmais (Wachsmais, Bio-Mais, Zertifiziert Gentechnikfreier Mais) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um rund 31 %.

In der Weizenstärkeanlage am Standort Pischelsdorf|Österreich wurde im Geschäftsjahr 2015|16 im Vorjahresvergleich eine um 14 % höhere Rohstoffmenge und erstmals auch bio-zertifizierter Weizen für die Verarbeitung zu Weizenstärke eingesetzt.

Im Bioethanolwerk Pischelsdorf lag die Verarbeitung von Mais, Weizen und Tritikale etwas unter dem Vorjahresniveau. Aus der Ernte 2015 wurden über Vorverträge mit Landwirten rund 50.700 Tonnen Ethanolweizen und -Tritikale kontrahiert. Für die Ernte 2016 wurden wiederum Anbauverträge für Ethanolgetreide angeboten.

In Ungarn (HUNGRANA, nach der Equity-Methode einbezogen) konnte die gesamte Maisverarbeitung 2015|16 (100 %) auf einem Niveau von über einer Million Tonnen moderat gesteigert werden. Die Nassmaisverarbeitung wurde Ende November 2015 deutlich unter dem Vorjahresniveau abgeschlossen.

1 International Grains Council, Schätzung vom 25. Februar 2016
2 Getreidewirtschaftsjahr: 1. Juli 2015 bis 30. Juni 2016

Produktionsablauf
Maisstärke

Produktionsablauf
Kartoffelstärke

Produktionsablauf
Weizenstärke

MAIS- UND WEIZENNOTIERUNGEN IM
AGRANA-GESCHÄFTSJAHR 2015|16

Investitionen

Die Investitionen im Segment Stärke betrugen im Geschäftsjahr 2015|16 28,2 Mio. € (Vorjahr: 13,7 Mio. €):

  • Projekt Werksausbau in Aschach|Österreich: Behördenverhandlungen abgeschlossen, Detailplanung läuft, Baufeldfreimachung begonnen
  • Im Werk Gmünd|Österreich wurde eine Trockenmischanlage für Säuglingsmilchnahrung errichtet
  • Umbauten in der Extruderanlage am Standort Gmünd für die Erzeugung thermoplastischer Stärke durchgeführt
  • Projekt zur Kapazitätserhöhung und Energieeinsparung mit Inbetriebnahme eines neuen Wärmetauschers in Pischelsdorf|Österreich umgesetzt

Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2015|16 in den nach der Equity-Methode einbezogenen HUNGRANAGesellschaften (100 %) Investitionen im Ausmaß von 16,8 Mio. € (Vorjahr: 11,6 Mio. €) getätigt.

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